Von den gelbfärbenden Pigmenten,h. 343.
Von dem wau.
Der Wau, oder das Gelbkraut, wilde Re-seda, Färbergras rc., wächst an einigen Orten wild,wird aber auch zum Behuf der Färberei mit Fleißcultivi'rt. Der wahre Geburtsort dieses Krautes istFrankreich; es wird aber auch in Deutschland gebautund geräth in einem mäßig sandigen Boden sehr gut.Man sammelt den reifen gelben Wau in Bündel undversendet ihn. Er dient zum Gelbsärben der Wolle,Seide, Baumwolle und des Leinen- Die Güte desWaues erkennt man daran, daß das Kraut dünneStiele hat, nicht ins Grüne, sondern ins Gelbe fallt,und mit Wasser gekocht einen süßlichen ekelhaften Ge-ruch verbreitet. Seine Auskochung hält sich nicht langeund geht bald in Gährung über.
§. 344.
Von der Scharte.
Die Scharte, auch Färberdistel und Fär-berginster genannt, ist eine perennirende (immer-währende) Pflanze, welche aus Wiesen und in grasigenWäldern häufig wächst. Die eigentliche ächte Schartehat einen hohen Stengel, trägt glatte, am Rande zarteingekerbte Blätter, wovon die untersten öfters ganzeiförmig, auch wohl in Lappen zerschnitten und gefie-dert, die obern aber fast jederzeit bis zur Hälfte seder-artig zerschnitten sind. Die Pflanze blühet im Juliusund August, trägt zusammengesetzte Blumen, welchepurpurfarbig und röhrenförmig aussehen. Diese Pflanzegiebt eine dauerhafte gelbe Farbe für Wolle, Seide,Baumwolle und Leinen, welche aber allemal ins Grünespielt, wird aber durch schickliche Mittel, z. B. durch