Geschichte u. Literatur der Geologie. ?
meinen vor. vr. Plott schrieb sie einer der Erde ei-genthümlichen plastischen Kraft zu. List er scheint zwarauch dieselben Begriffe gehabt zu haben, allein es bleibtihm das Verdienst, der Erste gewesen zu sein, der dieContinuität der Hauptgruppen von Schichten über großeStrecken wahrnahm und der regelmäßige geologische Kar-ten vorschlug. Dr. Hooke nahm in seinen 1705 her-ausgegebenen Werken vernünftigere Begriffe von den,Versteinerungen an, indem er die Meinung aufstellte, daßsie erloschenen Specien angehörten und daß dieselben inFolge der Veränderungen der Erdoberfläche verschwundenseien, welche er Erdbeben in früheren Zeiten zuschrieb,die denn auch die, Meeresreste umschließenden, Schichtenaus dem Meere emporgehoben. Ray, der berühmteNaturforscher, ein Zeitgenosse von Hooke, ließ sich überdiese Annahme weiter aus. Er machte zuvörderst auf diegroße Einwirkung der fließenden Gewässer auf das Landund des Meeres auf die Küsten aufmerksam. Burnettmachte zu derselben Zeit seine „heilige Theorie" bekannt,nach Buffon's Ausspruch, ein hübsches historisches Mär-chen, ein bewundernswerthes Werk der Einbildungskraft,aber auch zugleich die größte Absurdität mit der Anma-ßung tiefer Gelehrsamkeit. Whiston, John Hut-chinson und Andere behaupteten fest, daß das alte Te-stament, wenn es richtig übersetzt und ausgelegt würde,ein vollständiges System der Naturwissenschaft in sichfaßte, und verwarfen Newton's Lehren, weil die Bibelnichts davon enthielte. — 1680 machte der berühmteLeibnitz zuerst seine Theorie bekannt; ihr Hauptcharak-ter ist der glühende Urzustand des ganzen Erdkörpcrs,seine stufenweise Abkühlung, die Verdichtung seines Dunst-kreises in einen Ocean. Diese Begriffe wurden auch vonBuffon und Deluc angenommen und unter verschie-denen Modifikationen in sehr vielen spätern Systemenbis jetzt wiederholt.
Die Geologen Italiens hatten zu jener Zeit immernoch einen großen Namen. Die 17L0 bekannt gemachtenWerke des Vallisneri waren reich an eigenthümlichen