Geschichte u. Literatur der Geologie. 8
durch theilweise Zerstörung der Urgebirge bei allgemeinenUmwälzungen entstanden, und solche, welche das Ergeb-niß localer Umwälzungen, insonderheit der Sündfluthwären. Forcis, Desmarcst und Odoardo folgtenund bestätigten diese Beobachtungen. Soldani verfolgtedie Uebereinstimmung der in dem Mittelmeere lebendenTestaceen und Zoophyten mit den fossilen Specien sehrgenau und war der Erste, welcher den Wechsel von Mee-res- und Süßwasserbildungen in dem pariser Becken be-merkte. Testa, Cortesi und Spallanzani ver-folgten dieselbe Bahn, und untersuchten die thätigen underloschenen Vulcane Italiens und die durch die Erdbebenhervorgebrachten Veränderungen, während ihre Zeitge-nossen in England und Schweden, Calcott, White-hurst und Wallerius, sich in den verwerflichen Hy-pothesen erschöpften, daß alle Schichten durch die Noah'-sche Fluth gebildet worden. Dagegen hatte Pros. Mil-ch ell zu Cambridge zu derselben Zeit verschiedene sehroriginelle und philosophische Ansichten von den Wirkungender Erdbeben beim Zerbrechen, Winden und Emporhebender Schichten der Gebirgsketten entwickelt. Seine Ab-handlung wurde nur Wenigen bekannt und kam so in'sVergessen, sie bildet aber eine Epoche in der Geschichteder Geologie. — 1763 gab der Hannoveraner Raspeein lateinisches Werk heraus, das große Verdienste hatund in welchem ähnliche Ansichten wie die von Mitchellentwickelt worden sind. Er redet von einem höhern Kli-ma, welches Europa früher gehabt haben müsse, undwelches die Veränderungen bei den Thier- und Pflanzen-species zeigten, und dringt auf die Untersuchung neuervulkanischer Inseln, um die Natur im Act des Gebäh-rens zu studiren. Es ist merkwürdig, daß nach diesenso richtigen Ansichten die Wissenschaft in dem nächstfol-genden halben Jahrhundert wieder solche Rückschritte ma-chen konnte, indem für Beobachtungen und daraus gemachteFolgerungen hypothetische Dogmen aufgestellt wurden.
Gegen das Ende des 18ten Jahrhunderts trugenPallas und Saussure viel zur Sammlung geologi-