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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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Veränderungen der Erdoberfläche. 179

nen und wenig über dem Meeresspiegel erhabenen Gegen,den sehr ausgedehnt. In den baltischen Ländern kommensie aber auch in einem höheren Niveau an den Rändernder vielen Seen vor und überhaupt da, wo durch Ver-sandung von Thälern der Abfluß der Wasser aufgehaltenwird und stehende Wasser gebildet werden. Auch aufGebirgsplateaus, wo den Wassern auf einer undurch-dringlichen Unterlage der Abfluß fehlt, finden sich großeTorfmoore; so auf der Granitfläche des harzer Brocken-gebirges, in den Ardennen, in den Vogesen und in Schott-land. In Irland liegen die ausgedehnten Torfmoore größ-tentheils in großen und weiten Lhalflächen.

Die Beschaffenheit des Torfes ist wesentlich nach dergrößeren Dichtigkeit, dem Mehr- oder Minderzerstörtseinder Pflanzenreste verschieden. Wenn er auch nicht ,gänzlich unter dem Wasser entsteht, so ist seine Bildungdoch auf sumpfige Orte von niedriger Temperatur be-schränkt, an denen sich Vegetabilien, ohne zu faulen, zer-setzen können. Er mag aus allen den vielen Pflanzenbestehen, die an solchen Orten wachsen, allein eine Moos-gattung bildet einen bedeutenden Theil von dem Torf,welcher in den Morästen des nördlichen Europas gefun-den wird. Diese Pflanze hat die Eigenschaft, an ihrenobern Theilen neue Schößlinge zu treiben, während sichihre untern Enden zersetzen. Schilfe, Binsen und an-dere Wasserpflanzen werden gewöhnlich in dem Torfe an-getroffen und ihre Organisation ist oft so vollständig, daßes gar keine Schwierigkeiten hat, die verschiedenen Spe-cies zu erkennen.

Das Wiederwachsen des Torfes ist gar keinem Zwei-fel unterworfen, indem wir unwiderlegbare Beweise da-von haben, wohin auch das Auffinden vieler Kunstpro-dutte, der Überrest« von Menschen mit ihpen Bekleidun-gen, von Baumstämmen mit kenntlichen Axthieben ge-hören.

Sehr häufig findet sich stellenweise in den Torfmoorenblaue Eisenerde oder phosphorsaures Eisenoxydul, ferner

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