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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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182
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182 Veränderungen der Erdoberfläche.

Es würde uns beer zu wert führen, auch nur die be-deutendsten bekannten Höhlen mit ihren Eigenthümlichkei-ten speciell aufzuführen, sondern wir können uns nur andas Allgemeine halten.

Morea gibt ein schönes Beispiel von der Art undWeise, wie die Höhlen mit Schlamm, Geschieben undanderen Substanzen ausgefüllt werden. Es gibt dort sehrviele Höhlen in einem dichten Kalkstein von dem Alterder Kreide und auch mehrere tiefe, von Plateaus umgc-gebene Thäler oder Becken, die in der Regenzeit Wasser-ströme aufnehmen, die sich in Schlünden (von den GriechenKatavotlira genannt» verlieren, eine Erscheinung, die manauch hin und wieder in anderen Gegenden findet. DieGewässer enthalten Geschiebe und eine rothe Ochererde,die ganz dem Bindemittel der Knochenbreccie von denUfern des Mittelmecres gleicht. Im Sommer, wenn dieStröme versiegt sind, kann man in einige von diesenHöhlen gelangen; sie bestehen, wie die meisten bekanntenKalksteinhöhlen, aus einer Reihe von Kammern, die durchenge Gänge mit einander verbunden sind. Man fand ineiner solchen Grotte in dem rothen Schlamm Menschen-knochen mit Resten von solchen Thieren und Pflanzen,wie sie noch jetzt auf Morea vorkommen. Im Sommersind die Höhlen auch der Aufenthalt wilder Thiere, derFüchse und Schakals, die ihre Beute dorthin schleppenund verzehren. Die Ausgangspunkte der Höhlen aufMorea liegen gewöhnlich am Meeresufer, entweder überoder unter dem Niveau des Meeres; wenn daher im letz-teren Falle kein Wasser aus ihnen abfließt, so muß dasMeer Hineindringen und Sand und Muscheln hineinwa-schen, die dann mit knochenführendem Schlamm undLandthierresten zusammen vorkommen, bei welcher Gele-genheit auch wilde Thiere umkommen und ihre Reste inden Höhlen begraben werden können. Ähnliche Höhlenfinden sich auch in den anderen Theilen von Griechenland,Italien, Spanien, Kleinasien und Syrien, wo die For-mationen von Morea vorkommen. Was nun die zahlrei-chen Spalten in chem griechischen Kalkstein betrifft, so