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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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190
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1!X> Veränderungen der Erdoberfläche.

Vorzeit eine von der heutigen mehr oder weniger ver-schiedene Gestalt gehabt haben müssen.

Folgen wir auf den von uns aus diesem Gesichts-punkte näher erforschten Theilen der Erdoberfläche denSpuren dieser Veränderungen auch bis zu solchen Punk-ten, von deren früherer Beschaffenheit zwar die Überlie-ferung Nichts berichtet, an denen wir aber unwiderleg-liche Beweise davon erkennen, daß dieselben Ursachen, diewir selbst Veränderungen von ähnlichem oder gleichemErfolge hervorbringen gesehen haben, Dasselbe, und zwarauf ganz gleiche Weise, an Punkten, über welche unskeine Überlieferung Aufschluß gibt, bewirkt haben, unddaß Das, was wir selbst davon noch wahrnehmen, nurdie Fortsetzung des früheren dort stattgefundenen Anfan-ges ist, so können wir wenigstens Andeutungen für dieGestalt der Umrisse herausfinden, welche die Länder undInseln in dem Zeitpunkte des Anfanges der von uns fürneu erkannten Bildungen gehabt haben. Einige Beispielewerden diesen Satz erläutern. Die Überlieferung berichtetuns, wie viel in dem Laufe einer gewissen Zahl vonJahrhunderten der Ansatz neuen Landes um die Mün-dungen des Nil, wie viel die Erhöhung des Bodens in, dem Thale dieses Stromes betragen hat. Nun findenwir, daß der von Sand oder Schlamm gebildete Theildes Nilthales sich tiefer in das Land hinein und weitüber den Punkt hinaus erstreckt, den die älteste Überlie-ferung als den äußersten gekannt hat. Wir dürfen daherohne Verwegenheit schließen, daß die n.ue Bildung, vonder die Geschichte Bericht gibt, nur die jüngste Fort-setzung eines in weit früherer Zeit angefangenen und un-unterbrochen fortgeschrittenen Herganges ist. Wir ver-folgen die unverkennbaren Spuren desselben landeinwärts,und finden in den Felswänden, die das von einem flachenSchlammboden bedeckte Thal des Nils einschließen, dieUfer eines uralten Meerbusens, in welchem sich im lan-gen Laufe der Zeit das fruchtbare Unterägypten vomGrunde des Meeres bis über seine Oberfläche erhoben hat.Diese Geschichte des Landes ist nicht kecke Muthmaßung,