Veränderungen der Erdoberfläche. 1!)5
Bänke vereinigt als Versteinerungen in den Gebirgsla-gen, aufgethürmt in vielen Geschlcchtsfolgen, die großeZeiträume hindurch ungestört bestanden haben müssen.Wir müssen daher durchaus zugeben, daß in der entfern-testen Vorzeit diesen Geschöpfen die gleichen Bedingungenihres Daseins geworden sein müssen, welche den ihnengleichartigen Wesen in unserer Zeit werden; daß folglichdie Natur und Beschaffenheit der Meere, in denen siegelebt haben, dieselbe gewesen sein muß, welche die Meereunserer Zeit zeigen; und daß endlich in jener entferntenVorzeit dieselben Naturkräfte und ganz in derselben Weisegewirkt haben müssen, wie wir sie noch jetzt überall wir-ken sehen.
Über den Umstand, daß sich in den versteinerten Über-bleibseln auch Unähnlichkeiten und Abweichungen von denErzeugnissen der jetzt bestehenden organischen Welt zeigen,daß sich nicht nur Arten, sondern auch ganze Geschlechterunter jenen finden, die in dieser zu mangeln scheinen; sowie über die Frage, ob sich hieraus auf wesentliche Ver-schiedenheit der Natur der ehemaligen Meere von der derheutigen schließen lasse? werden wir uns weiter untenerklären.
Die wichtigste Frage für unsere Untersuchung aber,die sich bei dieser Erscheinung aufdringt, ist die: durchwelche Ereignisse ist eine Veränderung der Gestalt derErdoberfläche möglich geworden, mit der nicht nur demMeere entweder andere, als die von demselben früher in-negehabten Plätze angewiesen worden sind, oder dasselbedoch auf einen kleineren Raum beschränkt worden ist;sondern durch welche auch Theile seines ehemaligen Grun-des bis zu mehreren tausend Fuß nicht nur über denGrund, sondern sogar über die Fläche des jetzigen Mee-res erhoben worden sind?
Die Lösung dieses Räthsels hat die Geologen frühererZeit in die größte Verlegenheit gesetzt, da ihnen die Wahr-nehmung einer Erscheinung entgangen war, die den be-sten Schlüssel zu dieser auf vielfache Weise vergebens ver-suchten Auslösung liefert, welcher ebenfalls durch Beob-
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