1Ü6 Veränderungen der Erdoberfläche.
achtung von ganz gewöhnlichen, wenigstens sehr häustgvorkommenden Wirkungen immerfort und noch jetzt thätigerNaturkräfte geboten und mit Hülfe der Überlieferung ge-funden worden ist. Dieses Schlüssels entbehrend, sahendie älteren Geologen sich genöthigt, Erscheinungen undWirkungen vorauszusetzen, von denen selbst unsere in derletzten Zeit durch die größten Entdeckungen mancher langeverborgen gebliebenen Raturkräfte bereicherte und in l>°-hem Grade vervollkommnete Naturlehre sich keinen Be-griff machen kann, und Kräfte hervorzurufen, deren Da-sein anzunehmen keine Beobachtung und Erfahrung be-rechtigte, da doch die Erfahrung und die Wahrnehmungvon Thatsachen allein uns zur Kenntniß der Natur führtund allein uns den Weg zur Erklärung solcher Erschei-nungen zeigen kann, die wir nicht unmittelbar aus densie bewirkenden Ursachen hervorgehen sehen. Aus der ver-meinten Nothwendigkeit, ein Weltmeer anzunehmen, dasüber der Erdoberfläche höher gestanden hätte, als dieböchsten, jetzt versteinerte Meergeschöpfe enthaltenden Punkteüber der Mecresfläche liegen, und aus der wieder hier-aus folgenden Nothwendigkeit die Frage zu beantworten,wohin die ungeheuere Waffermaffe dieses fast die höchstenunserer jetzt bekannten Bergketten überfluthenden Welt-meeres, gegen welche die Waffermenge der heutigen Meerezu einer unbedeutenden Größe herabsinkt, gekommen seinkönne; aus diesen erfundenen Räthseln und dem Be-streben, sie aufzulösen, entstanden die vielen künstlichen,mehr oder weniger sinnreichen, oft aber auch abenteuer-lichen geologischen Muthmaßungen und sogenannten Theo-rien der Erde. Einige derselben, so wenig haltbar siejetzt dastehen, flößen immer hohe Achtung für den Geistihrer Erfinder ein, die nicht verdienen, daß man ihrerspotte, da sie ihre besten Geisteskräfte aufgeboten haben,um, über die ihnen ohne ihre Schuld abgehende Erfah-rung hinaus, durch mühsame Forschung nach unbekann-ten Naturgesetzen, sich der Wahrheit zu nähern. Wenngleich diese auf dem von ihnen betretenen Wege nicht zufinden war, so haben doch die meisten dieser Forscher das j