2VV Veränderungen der Erdoberfläche.
sten durch die Vorstellung erklärt, daß dieselben im In-nern der Erde thätigen Kräfte, welche sich in den mäch-tigen und weit verbreiteten Wirkungen der Erdbeben undVulkane zu erkennen geben, die wir fast immer in derRichtung gewisser Linien sich äußern sehen, und die vorunseren Augen beträchtliche Erhebungen des festesten Bo-dens bewirkt haben, — daß dieselben Kräfte es gewesensind, welche diejenigen Massen, die noch unter den stei-nernen Bodensätzen des Meeres lagen, und mit ihnendiese Bodensätze selbst, in linearen Richtungen emporge-hoben, bei verstärkter Kraft diese letzteren sogar zerrissen,auseinander getrieben und in die dadurch entstandenenSpalten die tiefer liegenden mehr oder weniger erweich-ten, ja wohl geschmolzenen krystallinischen Massen hineinund oft noch hoch über die Spalten hinaus getrieben ha-ben. Die Beschaffenheit der Erzeugnisse der jetzt thätigenVulkane, der steinartigen Massen, welche bei den Aus-brüchen auf die Erdoberfläche gehoben werden, trägt eben-falls dazu bei, diese Erscheinung auf die Bildung derHochgebirge durch Erhebung aus dem Innern anzuwen-den; denn die Erzeugnisse der Vulkane sind wenigstenszum Theil den Felsarten der Hochgebirge sehr ähnlichekrystallinische Massen und wesentlich verschieden von den-jenigen, die sich als Bodensätze des Meeres zu erkennengeben.
Wir haben schon erwähnt, daß die Größe der Er-scheinung in den mächtigen Gebirgsketten und in ihrenriesenhaften Gipfeln, kein Grund sein kann, die Ansichtvon ihrem Emporheben aus dem Innern der Erdrindeals verwerflich zu betrachten. Zwar hat das Geschlechtder Menschen, wie es scheint, noch keine Alpenkctte sichunter seinen Augen erheben sehen, wenigstens ist davonauf uns keine Überlieferung gekommen, wenn nicht viel-leicht Spuren ähnlicher Erscheinungen in den dunkelnNachrichten von Sündfluthen, in dem Mythus vom Him-melssturm der Titanen und in manchen indischen Mythenverborgen liegen. Aber müssen wir durchaus annehmen,daß solche große Wirkungen immer gleichsam auf Einen