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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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205
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Veränderungen der Erdoberfläche. LOS

angegebenen Arten auf denen der zweiten ruhen, und,wie gesagt, nur an den Küsten der Meere und in dentiefsten Theilen des Landes gesunden werden; da zwei-tens die der zweiten Art den Hauptbestandtheil der festenErdoberfläche ausmachen, die größten Flächenräume aufdem trockenen Lande einnehmen und alle kleineren An-höhen und niedrigen Höhenzüge bilden, und da endlichdrittens die der dritten Art sich blos in langen und ver-hältnismäßig schmalen Streifen durch die von den beidenersten Arten eingenommenen Flächen hinziehen, oder alseinzelne Gruppen, auch wohl nur als einzelne Punkteaus denselben hervortreten, so müssen wir die Gebildeder ersten und zweiten Art, und besonders die Lager, indenen versteinerte organische Wesen enthalten sind, alsden vorwaltenden Theil der jetzigen festen Erdoberfläche,und die letzteren insbesondere als den vorwaltenden Theileiner schon in älterer Zeit bestandenen betrachten, in undauf welcher späterhin immerfort Veränderungen bewirktworden sind, durch wiederholtes Emporheben, Zerreißen,Verschieben, Durchbrechen, Abnagen und Bedecken mitTrümmern ihrer selbst und der unter ihr emporgetriebe-nen Felsmassen.

Beruht diese Vorstellungsweise auf Wahrheit, so folgtdaraus, daß eben jener vorwaltende Theil der Oberflächedes jetzt trockenen Landes ganz auf dem Grunde des Mee-res gebildet und fertig, wie er war, über denselben undendlich auch über die Oberfläche des Meeres erhoben wor-den ist.

Daß dieses Emporheben nicht auf einmal über dasganze Festland, sondern in Ansehung der Örtlichkeit theil-weise, bald da bald dort, und in Ansehung der Zeit nachund nach geschehen sein muß, glauben wir schon mit gro-ßer Wahrscheinlichkeit dargethan zu haben.

Erfolgte das Emporheben auf diese Weise, so mußtenzuerst langgestreckte Inseln oder auch Jnselreihen überdie Meeresfläche hervortreten, die ersten Anfänge unsererjetzigen Gebirgsketten. Diese wurden unstreitig durch dasFortwirken der Ursachen, die sie zuerst hervorgebracht