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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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335
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oder verstcinerungSlosen Gebirgsarten. 23S

Betrachtet man die Massen im Allgemeinen, so wird manfinden, daß gleiche Elemente in beiden gleiche Mineral-substanzen hervorgebracht haben und daß die einzige Ver-schiedenheit in ihrem Gefüge besteht. Es cristirt eineso bedeutende mineralogische Ähnlichkeit zwischen den bei-den Classen dieser Gebirgsarten, daß man folgern muß,der Ursprung beider sei in gewissen Hinsichten verbundenund gewisse modisicirende Umstände haben jeder einen ver-schiedenen Charakter verliehen. Obwohl diese MeinungNur als Hypothese angesehen werden darf, so muß mandoch fragen, welcher wesentliche Unterschied zwischen dick-geschichtetem, durch Feldspathkrystalle porphyrartig gewor-denem Gneis und Granit, zwischen Hornblendegesteinenund Grünsteinen stattfindet, von denen die einen einge-lagert, die andern ungeschichtet vorkommen und. die ge-schichteten auch oft durchschneiden. Hier sind auch nochSerpentin und Gabbro zu erwähnen, die als feu-rige Gobilde angesehen werden müssen und die die geschich-teten Felsartcn, wie Granit und Grünstem, durchsetzenund die sich dennoch mit Gneis, Glimmer-, Chlorit- undThonschiefer wechsellagernd und geschichtet finden.

Die unteren geschichteten Gebirgsarten haben eine großeWichtigkeit und nehmen einen bedeutenden Theil der Erd-oberfläche ein, und überall, wo sie vorkommen, haben sieeinen allgemeinen constanten Charakter, was auf gleiche,hauptsächlich chemische, Bildungsursachen hindeutet. EineAufführung aller Fundorte dieser Gebirgsarten würde zuweit führen; es mag die Bemerkung hinreichen, daß eskaum ein bedeutendes Land oder Gebirge gibt, in wel-chem sie nicht an die Oberfläche vortreten. Sie findensich in Skandinavien, Rordrußland, Irland und Nord-schottland, bilden in den Alpen und in mehreren andernGebirgen die Centralketten und sind in Brasilien und inganz Nordamerika sehr häufig; sie nehmen in den Cen-traltheilen von Indien und im Himmalaya bedeutendeStrecken ein und bilden Ceylon. Auch in Afrika fehlensie nicht.