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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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336
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2LS Von den eingeschichteten oder massigen

Achter Abschnitt.

Von den ungeschichteten oder massigen Ge-birsgarten.

Syn. Hypogenische Gebirgsarten, Urgebirgsartcn(zum Theil).

Die diese natürliche Gruppe bildenden Gebirgsartenhaben eine ausgedehnte Verbreitung über die Erdoberflä-che, kommen mit fast allen geschichteten Gebirgsarten vorund tragen alle Zeichen, daß sie von unten nach obenhervorgetrieben worden sind. Sie finden sich entwederals hervorgetriebene übergreifende Massen, die die sie vor-hin bedeckenden horizontalen Schichten in die Höhe geho-ben, durchbrochen und sich auf ihrer Oberfläche ausge-breitet haben und durch das Auswerfen und Fließen nachdem Ausgeworfensein entstanden sind oder als Gangge-steine und Spalten ausfüllend.

Das Ansehen der geschichteten Steine ist sehr verschie-denartig; oft zeigt eine und dieselbe Masse bei mäßigerAusdehnung sehr viel verschiedene Gemenge, die man,wenn man nur auf die oft nur geringen Veränderungender mineralogischen Structur und nicht auf die ganzeMasse achtet, verschieden benennen kann, wie es auch ge-schehen ist.

Früher wurde der Granit als die GrundgebirgSartangesehen, auf welcher alle übrigen Felsarten abgesetztwären, allein diese Meinung ist Thatsachen gewichen;denn der Granit findet sich auf geschichteten und verstei-nerungsführenden Gebirgsarten von verhältnißmäßig nichtsehr bedeutendem Alter- Der Granit wechsellagert zu-weilen in beträchtlichen Massen mit den unteren geschich-teten Gebirgsarten, und die Trennung vom Gneise istdaher zweifelhaft. Zuvörderst wollen wir aber einen Ab-riß von den mineralogischen Kennzeichen der Gebirgsar-ten geben.