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Cursus der angewandten Mathematik oder der physisch-mathematischen Wissenschaften / verfasset durch Johann Friedrich Lorenz
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Einleitung

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Einleitung.

§.59. Erklärung. Wird ein ruhender KörperA von einer bewegenden Kraft gegen einen andern Kör-per B, um diesen aus feiner Stelle zu verdrängen, ge-trieben: so sagt man, der Körper A drücke gegen denKörper B, der seiner Bewegung widerstehet, und daherder Wrverstand, das Hinderniß, obstaculum,heißt. So drückt z. E. der Stein die Hand oder denTisch, worauf er liegt, und wodurch er an seinem Her-abfallen gehindert wird. Druck, presiio, ist daherdie Wirkung eines von einer Kraft zur Bewegung getrie-benen Körpers in den Widerstand, oder dasjenige, wasdieser Bewegung entgegenstehet; da dann, im Falle desGleichgewichts, der Widerstand jene Bewegung ganzhindert.

§.60. Erfahr» n g. Jeder Körper in der Hö-he fällt, wenn ihn nichts hindert, ohne unser Zuthun,auf die Erde herab ; hangt aber der Körper ftcy aneinem Faden, ein S e n k b l e y oder B l e y l 0 t d: sodehnt er denselben nach einer geraden Linst, welcheauf der Oberfläche eines stillstehenden Wassers per-pendikular ist.

§. 61. Aufaß. Außer dem Körper, der nachseiner Trägheit für sich in der Höhe bleiben würde, mußEtwas seyn, was ihn herabtreibt, und zwar in der Rich-tung des Fadens oder Scnkdleys, in der er auch fallenwürde, wenn der Faden loSriffe.

$. 62. Erklärung. Die Kraft,, welche das Her-abfallen der Körper verursacht, oder zu verursachenstrebt, heißt dieS chwere, gravitas, oder die Schwer-kraft, vis gravi atü; und die gerade sinie, nach dersie wirkt, ihre Richtung, directio.

§.65. Anmerkung 1. Ein Körper, auf den die Schwe-re wirkt, beißt ein schwerer Körper. Da aber alle un-bekannte Körper schwer gesunden werden : so schreibt man nngemeinen Lkben dem Körper selbst die Schwere zu; indem

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