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Cursus der angewandten Mathematik oder der physisch-mathematischen Wissenschaften / verfasset durch Johann Friedrich Lorenz
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4. Kräfte der Körper.

$. 85. Anmerkung 2. Mauche Körper z-rgen die Es«sticität erst nach einer gewissen Behandlung ; bey andern kannsie unrer gewissen Umstände« vermehrt oder vermindert wer-den; ja einige elastische Körper werden durch starke Verdich-tung spröde. Hiervon folgende Exempel:

1. Glas zeigt seine Elasticität, wenn es dünne Fade«gezogen; und Elfenbein, wenn eS i» dünne Scheiben geschnit-ten ist.

2. Weiches Eisen, und mehrere Metalle, erhalten durchkaltes Hämmern eine merklichere Elasticität, weil sie zugleichdichter werden; durch Ausglühen aber verliehren sie die Elasti-cität wieder, wie der gehärtete Stahl, der glühcnd in Wasserabgelöscht, spröde wird.

z. Ein Beyspiel des schnell abgekühlten Glases geben dieBologneser Flaschen, und die Glasrropfen, §. 8».

§.86. Anmerkung 3. Da die Elasticität der Kraft,die ihre Figur verändert, entgegenwirkt: so bringt ste in derNatur oft Bewegungen hervor, wozu man sie auch in der Me-chanik bey versctirdnen Maschinen gebraucht. Z. E. in de»Taschenuhren setzt die in der Trommel eingeschlossene und ge-spannte Feder die Räder in Bewegung, und die mit der Un-ruhe verbundene Spiralfeder mißt durch ihre Schwingungen dieSeit.

§.87. Anmerkung 4. Die im Obigen angegebene Ab-theilung der Körper in verschiedene Arten veranlaßt bey Be-trachtung ihres Gleichgewichts und ihrer Bewegung in den me-chanischen, d. i. statischen und dynamischen, Wis-senschaften drey Hauptabrheilungen derselben: von festen, vonflüssigen unelastischen und von flüssigen klastischen Körpern,woraus für das Gleichgewicht die Statik oder Geosta tik,die Hy d r 0 st a tik und die Aerostatik; für die Bewegungaber die Dynamik, oder Geodynamik, die Hydrody-namik, und die Aeorodynamik entstehen.

/.88. Erklärung. Nicht nur die Theile einesKörpers, sondern auch ganze Körper hangen, wenn siesich genau genug berühren, mir ihren Oberflächen zu-sammen, welches man insbesondere die Adhäsion«ennr, deren Ursach Adhäsionskraft heißt, undals eine anziehende Kraft angesehen wird.

8. 89.