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4. Kräfte der Körper.
$. gi. Anmerkung z. Das Gesetz der Adhäsion ist,daß sie durch Vermehrung der Berührungspunkte vermehrt wer,de. Z. E. Wird eine dicke Mcssingplatte an der Wage ins Gleich,gewicht gebracht. und auf die Oberfläche deS Wassers so gelas»sen, daß keine Luftblasen darzwischcn bleiben: so muß solchemit einem starken Gewichte in der Wagschale vom Wasser los,gerissen werden.
Daher sucht man dieBeröhrungspunkte zweyerGlas < oderMarmorplatteu dadurch zn vermehren, daß man sie, benetzt,oder mir Talg bestricken, erwärmen, und wieder erkalten läßt.
Hierauf beruht auch das Leimen, Kitten, Lörhen, Ver,golden, Versilbern, Verzinnen, und dergleichen.
§.92. Anmerkung 4. Als eine Folge hieraus entste,her, daß die flüssigen Massen, die sich an feste Körper anhan,gen, von ihnen bis zu einergewissenHöhe heraufgezogen wer,den. Hieraus erklären sich folgende Erscheinungen:
1 . Wasser in einem Glase stehet am Rande höher, undmacht eine concave Oberfläche, auch läuft es an den Seitenherab. Letzteres zu verhüten, beugt man den Rand deeGla,ses um, und hält das Glas schräg, damit die Schwere der Ad»häsivn mehr entgegenwirke, und die Flüssigkeit in einem Bo,gen abfließe.
s. Quecksilber hat bey Gold, Silber, Zinn, Bley, wiedas Wasser, eine concave Oberfläche; aber bey Glas, Holz,Stein, Eisen ist seine Oberfläche convex.
Z. Ein fester Körper, als eine Glasröhre, oder Holz,oder der Finger in Wasser getaucht, macht eine Vertiefung,in Quecksilber aber eine Erhöhung. Eine Zinnstauge in Queck«fl'iber macht eine Vertiefung.
4. Eine auf der Oberfläche des in einem Trinkglase befind,lichen Wassers schwimmende Glaskugel wird in der Mitte ru«hig bleiben, und das Wasser wird sich daran rings herum iudie Höhe ziehen. Bringt man dies- Kugel dem Rande näher,so wird sie von demselben angezogen. Zwey Glaskugeln, inder Mitte in gehörige Nahe gebracht, ziehen einander an.
5. Zu den merkwürdigsten Erscheinungen dibser Art gehö,ren die sogenannten Haarröhrgen, die nun nochzn bekrach»ten sind.
§. 9Z. Erklärung. Haarröhgen, wbi c».pillares, sind reine an beyden Enden offene Röhrgen,
deren