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Monogrammen-Lexikon : enthaltend die bekannten, zweifelhaften und unbekannten Zeichen, so wie die Abkürzungen der Namen der Zeichner, Maler, Formschneider, Kupferstecher, Lithographen u.s.w. mit kurzen Nachrichten über dieselben / von Joseph Heller
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erst die spateren Künstler. Bei den alten findet man schon,

daß mehrere zugleich das Kunstfach, welches sie vorzüglich' ausübten, bildlich zu bezeichnen pflegten. Setzten sie njcht

- die Anfangsbuchstaben von sculpfit etc. bei, so brachten sie

- bei ihrem Mönogramme den Grabstichel, das Schneidcmes-

i fcr, oder andere Instrumente an. Waren sie Bildhauer rc.,

- ' so suchten sie dieses ebenfalls durch Klüpfel, Meisel u. s. w.

e auszudrücken, wie man es deutlich bei PeterFlötnert <S. 300) findet. Doch dieser Gebrauch verschwand mit demS ±6. Jahrhundert, und mir sind nur wenige Monogrammei aus neuerer Zeit vorgekommen/ bei welchen ich solche Zeicheno noch antraf. Bei den Nachbildungen der Monogramme ließo ich meistens diese Nebcnbczcichnungen weg,, weil jeder Künst-

n lcr und Kunftlicbendc ohnehin weis, daß diese Zeichen eben

s so viel als: in Holz geschnitten, in Kupfer gestochen u. s. w.

s bedeuten. Auch würden diese Monogramme eine unnbthige

n Wiederholung erfordert haben, da dieselben häufig auch ohnec. Schneidemesser, Grabstichel u. dgl. vorkommen. Künstler,

m welche in geistliche Orden traten, wie dieses ehemals vor-

,, züglich in Italien häufiger der Fall war, als jetzt, fügten

, e ihrem Namen oder Monogramme ihr Amt oder ihre Würde

l d bei. So setzte P r i m a t i c c i o öfters seinem Namen oder

st Monogranime ein A. (Abbas, Abt) bei. Auch andere Künst-

a- lcr in spaterer Zeit, setzten, jedoch selten, die Stelle bei,

lt- welche sie im Staatsdienste bekleideten; so suchte der bam-

,g- bcrger Hofmaler Jakob Iiegler (S. 238) durch H. M.

ze- sich zu bezeichnen; Lucas Cranach, welcher am sachsi-

ze- scheu Hofe angestellt war, bezeichnete häufig seine Gemälde,

ntc Kupferstiche und Holzschnitte mit den beiden sächsischen Wap-

tx* pen. Bis jetzt kam mir noch kein anderer Künstler vor, der

iete seine Werke auf ähnliche Weise bezeichnete. Hatten aber

ritt Künstler Namen, welche sie durch redende Zeichen auszu-

S. drücken vermochten, so ließen sie gewöhnlich die Anfangs-

lia, buchftabcn ihres Namens ganz weg, oder setzten nur jene

,b) ihres Taufnamcnö bei, wie die Monogramme des Georg

iber Hufnagel, Dirk van Staren, Jakob Iüberlein,