Buch 
J.C. Schweizer's Fremdwörterbuch : zur Erklärung fremder Wörter und Redensarten, besonders in Bezug auf Alterthumskunde, Geschichte, Medizin, Rechtswissenschaft und Technologie
Entstehung
Seite
16
JPEG-Download
 

aemuliren.

16

scheu Aegis, Benennung des KriegSschil-des des Jupiters und der Minerva. Da-her bedeutet es so viel als Schutz, Schirm.Z. E. Unter der Aegide des Gesetzes,unter dem Schutze des Gesetzes.

nemulireil (lat.), nacheifern, wettei-fern- AemuIatlOl», Nacheiferung,Wetteifer.

Aeneide, ^sn-üs (lat.), ei» lateinischesHeldengedicht des römischen Dichters Bir-gilius, worin er die Schicksale des fluch-tige» Troier-Fürsten Aeneas besingt-

aenigmatisch lgriech.) , räthselhast,dunkel. Bon: Aenigilia. Räthsel.aenigmatistren, in Räthsel» sprechen.

Aeolus (griech.), in der Fabellehre,der Gott der Winde. Die Mythe sagt,er habe die Winde in einer Höhle «inge-schlolsen gehalten, und nach Belieben los-gelassen. Er soll auch etwa einem Seefahrereinen mit Wind angefüllten Schlauch ge-geben haben, z. B. dem Ulysses. Da-her: Aeols-Harfe, Windharfe, ein mitacht Saiten bezogenes Tonwerkzeug, dasan einem halb geöffneten Fenster, oder auchganz außer dem Fenster dem Zugwinde aus-gesetzt wird, worauf es bald eintönig, baldin mannigfaltigen und angenehme» Melo-dien ertönt. Aeolipile, Wind-, Dampf-kugel zum Lothen und Schmelzen.

Aeonen (gciech.), lMehrh. von A e o n),

1. unermeßliche Zeiträume, Ewigkeiten.

2. Die personifizirte» ewigen Kräfte; guteGeister.

aequal llat.), gleich, gleichförmig.Aequriles, Aequalen, Altersgenossen.Aequnlität, Aequabilitat. Gleichheit,Gleichförmigkeit.Aeqriatisn Gleichung.Ausgleichung, z. B. in der Sternkunde,Gleichmachung des ungleiche» Laufes einesPlaneten.

Aequanimität (lat.), Gleichmüthig-keit, Gelassenheit, Sanftmuth.

Aequator llat.), der große Zirkel oderKreis auf der Erdkugel, welcher dieselbe inzwei gleiche Hälfte», in die nördliche undsüdliche Halbkugel theilt, der Gleicher.Bon den Seefahrern wird dieser Kreis dieLinie genannt. Denken wir diese Liniebis an die Fläche, die wir Himmel nennen,verlängert, so haben wir den Hlmmels-Aequator.

aequivok.

aequidlsiant llat-), gleich weit voneinander abstehend.

aequilateral llat.), gleichseitig, wasgleiche Seiten bat.

Aequillbriuin. tlat.), das Gleichge-wicht. Daher: Aequillbrist, t. einGleichgewichtskünstler, Gleichgewichtshal-ker, Ehrenname der Seiltänzer undLuftspringer. 2. Ein Philosoph, der an-nimmt, daß nur da wahr« Freiheit Stattfinde, wo ein völliges Gleichgewicht vonBestimmnugsgründe» vorhanden sei. Aerquilibrisnius , eben diese Freiheikslehre.

Aequinoctium llat.), die Zeit, wennTag und Nacht gleich laug sind, Tag - undNachkgleiche. welche den 21 . oder 22. Merzund 21. oder 22. Herbstmonat eintrifft.Aequiiioctial-Üiuie, eben das, wasAequator, weil in der Mitte zwischenbeiden Polen Tag und Nacht immer gleichsind. Aequiiioctial-Gtürme, heftigeWinde zur Zeit der Tag. und Nachlglciche.Aequtiioctlal-Raleiider, heißt derje-nige. in welchem das Jahr anfängt aufden Tag, wo die Tag- und Nachtgleicheim Herbstmonat einfallt, wie er wahrendder Revolution in Frankreich eingeführt war.Diesem ist entgegengesetzt der Solstitial -Kalender- lS:ehe Golslitlal) Ae«quinoctinl-Gonnenuhr, eine Sonnen-uhr, welche auf allen Punkten der Erdegebraucht werden kann.

Aequiparntion llat ), Gleichmachung.

aequipnriren. gleich machen.

nequipollent llat.), gleichgelkend. gleich-viel bedeutend. AequipolleilZ. Gleich-geltung; Gleichdeutigkeit.

Aequität (lat.), Billigkeit.

Aequivaleut (lat.), gleicher Werth,Werkhgleiches, Wcrthersay. Gegenerstat-tung, Entschädigung, Ersatz von gleichemWerthe, Z. E- für Istst fl. Früchte, statt100 fl. an Geld. Kommt her von. aequl-valiren. gleich oder eben so viel gelten,gleichen Werth habe».

aequivok (lat.), sgulvor,»- (franz.),zlveideutig, was aus verschiedene Weise ge-deutet oder verstanden werden kann, doppel-sinnig, daher auch schlüpfrig <Die Schwei-zer habe» den Provinzial-Ausdruck: cggisrvogglsch, d. h. zlveideutig, zweifelhaft.)

Aequivokeu (als Hanptw), Zweideu-tigkeiten, schlüpfrige Worte.