212 Gallicanische Kirche.
Gallicanische Rirche, die französi-sche Kirche; vom lak. v->n>c->»»s, franzö-sisch. — Gallicismus, französ- Sprach-eigenheit, Redensart nnd Wendung, dieder französischen Sprache eigen ist. -Gallicomanie, Gallomanie, über-triedene Vorliebe für die Franzosen oder füralles, was französisch ist, Sucht, die Fran-zose» nachzuahmen. — Gallien, Frank-reich. — Gallier, ein Franzose, vor-mals auch ein Franke, oder Neu-Franke.
Gallione, Galione (soan.), ein gro-ßes spanisches Schiff, hauptsächlich um Sil-ber und Gold aus Amerika zn holen.
Sallochen, Galloschen, Galo-schen (franz.), Uebecschnhe.
Galonen lfranz.), Treffen, Borte»von Seide, oder Gold nnd Silber. —galoniven, verbrämen, mit Treffen oderBorten besetze».
Galopade lfranz-), ein sehr rascherTanz, Sornngtanz.
Galopin (franz. sprich: Galopäng),«in Lauf-, Küchen-, Postjunge.
GalvaniöniUS, Metallreiz, die vonI>oc>. Galvani in Bologna entdeckteBer ü hru ngs- E l e ctric ität (die erselbst noch thierische Elektricitätnannte), welche durch zwei verschiedenar-tige Metalle, z. B. durch Zink und Sil-ber, oder Zink nnd Kupfer, erregt wird;der Metallreiz auf Muskeln und Nerven,der Muskelreiz. Meistens werden dieMetalle mit einer Flüssigkeit, wie Schwe-fel- oder Salpetersäure, in Berührung ge-bracht. Werden Platten solcher Me-talle mit eingeschobenen in jene Säurengetauchten Streifchen Tuch, Pappe u. dgl.auf einander geschichtet, so entsteht die so-genannte Volka'fche oder DoltaischeSäule. lSiehe dieses Wort.) — Esgibt aber auch , wenn nicht jene angefeuch-teten Scheiben angewandt, sondern dieMetalle auf andere Weise mit der bloßenFlüssigkeit oder Säure in Berührung ge-setzt werden, je nach der Verschiedenheitdes Behältnisses einen Trogappacat. ei-nen Becherapparat u. s. f. — (Dieobige Erklärung schließt nicht aus, daß esauch trockene galvanische Säulen gebenkönne.) --.galvanisch, den Galvanis-mus betreffend; z. B. ga l v a n i sch e Elek-tricität. — galvanisiren, den Gal-VanismnS anwenden.
GtirMil.
Gamasche», siehe Cainasche».
Gambe (ital.j, Kniegeige, mit denKnieen zu haltende Baßgeige.
Gambit lital.), derjenige Zug imSchachspiel, durch welchen, nachdem beideSpieler zuerst den Bauer des KönigeSzwei Schritte vorgerückt haben, derjenige,welcher das Spiel begann, den Bauerdes Königslänfers ebenfalls zwei Schrittemachen laßt, so daß er ihn zum Nehmenanbietet. Eine Schachpartie, die mit demeben erklärten Zuge anfängt, heißt Gam-bitspiel. Diesem eigentlichen Gambits,dem Gambits des Königes, steht dasGambit der Königinn gegenüber, woim zweiten Zuge der Bauer des Läufersder Königinn zwei Schritte macht.
Garns» (franz. sprich: Gamäng),Gassenjunge.
Gan-Erben (vom alten Sa», ge-mein). Gemeinerben, Miterben. So hie-ßen im Mittelalter, znr Zeit des Faust-rechteS diejenigen, welche sich zur Be-schützung ihrer Güter in einem gemeinschaft-lichen Schlosse (Ganerbenschloß', vereinig-te», und über den Mitbesitz ihres Eigen-thums sich verständigten. In einigen Ge-genden werden jetzt noch Miterben Gall-er den genannt.
Ganges, ein Zlnß in Indien, dessenWasser für heilig nnd beseligend gilt.
Ganglion, Ganglium (griech.),1. Nervenknoten. 2. Ueberbein. Mehrh.Ganglien. Daher Gangliensystem,die Gesammtheit der Nerven des Unterlei-bes, entgegengesetzt dem Cerebralsy-stem, dem Vereine der Gehirnnecven.
Gangräne (griech.), der heiße Brand,wo in den allmählig absterbenden Theilendes Körpers noch Empfindung, Bewegungund Wärme ist. — gangränös, vomBrande angesteckt.
Ganymed, in der Fabellehre, einschöner Jüngling, Jupiters Mundschenkund Leibdienec-
Garant (franz.), Bürge, Gewähr-mann. — Garantie, Gewährleistung,Bürgschaft. Garantie eines Friedensist das Versprechen nnd die Verbindlichkeiteiner Macht, einen zwischen andern Mäch-ten geschlossene» Friedensschluß aufrecht znerhalten, und derjenigen, welche durcheinen Bruch des Zriedenstraktats beein-