222 Grazie.
Grazie sbom lat. Orstla), Reiz. An-muth. — Grazien, die drei Huldgöttin-nen, die Begleiterinnen der Venus, Eu-phrosine, Thalia und Aglaja; Göttinnenalles dessen, was anmiithig, gefällig undeinnehmend ist. — (italien. vom
lat.), in der Musik, lieblich, anmukhig.
Greffier (kränz, sprich: Greffieh),GerichtSschreibec, Amtsschreiber, Stadtschrei-ber, Kanzlist.
Gregorianischer Raiender , derauf Veranstaltung des Papstes Gregor XIII.im Jahr 1 Z 82 verbesserte Julianische Ka-lender. Die Verbesserung bestand darin,daß von dem Weinmonak desselben Jahres1V Tage herausgeworfen, und nach dem4ten sogleich der iZle gezählt wurde. Dießnennt man auch den neuen Styl.
6l-einimn (lat.), Gremium, Schooß;Mitte, Gemeinschaft, Collegium, Behörde.— Gremiale, Schooßtuch eines Bischofs.
Grenadier (ursprünglich Granatenwer-fer, siehe Granate), Kernsoldat.
Greve-Piatz, großer Platz zu Parisam Ufer der Seine, wo die meisten Hin-richtungen vollzogen werden.
Gvlbouillage s franz. sprich: Gri-bulliasch') und Srisfounage (franz.sprich: G r i ffo n na h sch ), Gekritzel, Ge-schmiere, schlechte »»leserliche Schrift. —grtssonniren , kritzeln, schmieren, unle-serlich schreiben.
Gridiette (franz), auf dem Roste ge-bratenes Schweinefleisch.
Grillade (franz.), geröstetes Fleisch,Rostbraten. — Grille (sprich: Grilliel1. Rost; 2. Gitter. — grilliren , 1. rö-sten, auf dem Roste braten; 2. gittern.Daher grillirtes Zeug.
Grimasse (franz.), 1. wunderliche Ge-berde, Verzerrung des Gesichtes, Zerrge-berde, Fratze; 2. Larve, Deckmittel, wor-unter man etwas zu verbergen sucht- —grimassiren, wunderliche Gebecden ma-chen, daS Gesicht verzerren, Gesichter schnei-de», grinsen. — Grimassier, Grima-cier, Fratzenmacher.
Griphi, Gripheu (griech.), Räthselund andere verfängliche Witzspiele.
Grippe (franz.), ein bösartiges, an-steckendes Schnnpsenfieber. Vergl. Im
flueiisa-
Gruppe.
grippiren, heimlich wegkapern, Mau-sen.
Grisaille (franz. sprich: Grisalje).Graumalerei, wenn man grau in graumalt. Vgl. Graffito-
Grisette (franz.), 1. Grauzeug, so-wohl gemeines mit Leinen, als auch mitSeide vermischtes Wollenzeug; 2. eine jungeWeibsperson, z. B. Modemacherin, vonlockeren Sitten, ein leichtfertiges Mädchen.
Grog, ein pnnschartiges Getränk, ausRum, Zucker, Wasser; Rnmwassec.
Gronmtik, Feldlagerknnst, Kunst, einLager zu schlagen.
gras, Gros, (franz. sprich: Grob),
1. der große Haufe, der größte Theil;
2. das große Dutzend, d. b. zwölf Dutzendzusammen, oder 144 Stuck. — e» grashandeln, im Ganzen, im Großen handeln,d. h. in ganzen Stücken, Fässern, Ballen,Centner» rc- — Grösster, Grossirer.Grossist, ein Kauf- oder Handelsmann imGroßen, Großhändler.
Gros de NapIes, Gros de Tours
(franz), schwere, starke Seidenzeuge.
Groß-Vezier, der vornehmste Staats-beamte im türkischen Reiche.
grotesk, grottesk, (franz.), selt-sam, wunderlich. — Grotesken, Ver-zierungen, durch welche nicht Gegenständeder Natur getreu nachgeahmt, sondernDinge dargestellt werde», welche die Phan-tasie regellos schafft und oft widernatürlichmit einander verbindet; z. E. Menschenoder Thiere, die aus Knospen oder Blu-me» horvorwachsen u. dgl. Diese Verzie-rungen habe» den Namen von alten Grot-ten i» Rom, wo man sie zuerst antraf,und heißen auch Grille »werk. — DasGrotesk-komische, das Lustig-Unnatlic-liche, Lächerliche in Handlungen, Rede»oder Schriften.
grottirt <franz), grottenmäßig, mitMuschel», Korallen:c- verziert-
Group (franz.), eine Rolle, PäckchenGeld.
Groupe, Gruppe (franz), Verbin-dung oder Zusammenstellung mehrerer ein-zelner Dinge, Bilder zu einem größer»Ganze». So spricht man z. B. in Bezugauf Gemälde von einer Gruppe Men-sche», Pferde u. s. f. — groupire» ,gruppiren, solche einzelne Dinge oder