Buch 
J.C. Schweizer's Fremdwörterbuch : zur Erklärung fremder Wörter und Redensarten, besonders in Bezug auf Alterthumskunde, Geschichte, Medizin, Rechtswissenschaft und Technologie
Entstehung
Seite
323
JPEG-Download
 

mioore.

mindere» Bruder, Minderbrüder, eine ArtFranziscanecmönche von strengerer Regel.

,»>»»>« (ital.1, »»neu,- (franz.), (Musikj,Moll.

MiNOS (griech.), ei» berühmter Königauf der Insel Tret» . der etwa vierzehn-hundert Jahre vor Christo lebte, und sichals weiser Gesetzgeber und durch seine strengeGerechtigkeit auszeichnete. Nach der Zabel-lehre war er ei» Sohn des Jnviker undder Europa und wurde nach seinem TodeRichter der Unterwelt. — Mi»o-taurus, Minotaur , ein fabelhaftesUngeheuer, halb Mensch, halb Stier, meistals eine Menschengestalt mit einem Stier-kopf abgebildet. Dieses Ungeheuer wurdevon These» s gelobtet.

Miiistvels waren im Mittelalter eineArt herumziehender Tonkünstlec, welche,besonders in England und Schottland, dieLieder der Barden sangen und mit Musikbegleiteten.

Minuendus (lat.), die zu vermin-dernde Zahl, von welcher eine andere ab-gezogen wird- — miiiuiren, vermindern,geringer oder kleiner machen. — ,

weniger, wird durch (—) bezeichnet, z. B.7—4, d. h. 7 weniger 4. (Das Gegen-theil ist plus, mehr, wird durch bezeich-net 7 4, 7 mehr 4.) Als Hanptwort:

Mangel. — Minuskelschrift, Buchdr.,Kleinschrift. kleine Buchstaben. — Mir»Ute, der sechzigste Theil eines Ganzen,besonders einer Stunde; eben so eines geo-graphischen Grades. — Miliutie», Klei-nigkeiten. unbedeutende Sachen. — minu-tiös, kleinlich. — Minution. Vermin-derung, Verkleinerung. — Mtnutirer,ein Kleinhändler, im Gegensatze von Gro-ßirer- — Mlnutisstinum, das Allec-kleinste. Allergeringste.

mio sital.), mein. z. E. mio cono, per»>io, auf meine Rechnung, für mich.

Miquelets (fpan. sprich: Mikeleb),nennt man die kriegerischen und räuberi-sche» Bergbewohner Catalouiens und dersüdlichen Pyrenäen.

Mirabelle (franz.), eine kleine, runde,röthlich braune oder gelbliche Pflaume, die«inen sehr angenehmen Geschmack hat-

Mirabilien llat. ,ni,--bill»). Wunder-dinge, Sonderbarkeiten. — mir.rbiie awtu,wunderbar zu sage».

miserabel. 623

Miragt (franz. sprich: Mirahsch),Luftspiegelung. Vgl. Fata Morgana.

lTkirakel (lat. >„ir.icolui»), ein Wun-der, Wunderwerk, etwas höchst Seltsames.

— inirakulös , wunderbar. erstaunens-würdig, seltsam, einem Wunder ähnlich-

Mirza, Murza, Myrsa, l. einpersischer Prinz vorn Geblüte; 2. «i„ tar-tarischer Fürst oder Befehlshaber.

Misandrie (gr.), Männerbaß, Mätt-nerscheu.

Misanthrop (griech.), Menschenfeind,leutscheuer Mensch. — Misanthropie ,M-nschenhaß, Menschenfeindscbaft; Men-schenscheu. — »»isanthropisch, menschen-feindlich ; leutscheu.

ini^ce oder mixrentur, abgekürzt m., atlsArzeneivorschrifkel, : mische! man mische!

— miscire». mische».

Misceliaiieen, Miscellen (lat.),

vermischte, zusammengetragene Dinge, ver-mischte Aufsätze, Mannigfaltigkeiten, Al-lerlei.

Mlschna (hebr ). ist eine im zweitenJahrhundert »ach Christi Geburt veranstal-tete Sammlung durch mündliche Forkoflan-znng aufbewahrter Vorschriften jüdischerRabinen, welche den ersten Theil des Tal-muds ausmacht.

Mise (franz.), Einsatz in einer Lotte-rie, oder bei einem Spiele, oder in einemHandelsgeschäft.

miserabel (lat. franz.), elend, jäm-merlich , erbärmlich, bedauernswürdig. —Miserabilität , Bedauernswürdigkeit,Erbärmlichkeit. — Misere (franz. sprich:Misähr, vom lat. »>!-«>->«), t. Elend,Armuth, Armseligkeit; erbärmliches Ding;auch erbärmliche Personen, Winkel-Perso-nen. So Schiller: „Was kann denndieser Misere Großes begegnen?" 2. imBoston, ein Spiel, in welchem eine Per-so» absichtlich keinen Stich macht. — Mirserere , <- ein berülimter Kirchengesangder Katholiken, dessen Anfang heißt: >»>se-re,-e I»ei, erbarme dich meiner. BesonderesAufsehen erregt die Ausführung des M i se-rere in der Sixtiuischc» Kapelle zu Romin der Charwoche. 2. eine schreckliche Krank-heit , welche durch Verstopfung der Einge-weide hervorgebracht wird, Darmzwang,Kothbrechen, eine so starke Darmgicht, daßder Kolh durch den Mund abgeführt wird.