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J.C. Schweizer's Fremdwörterbuch : zur Erklärung fremder Wörter und Redensarten, besonders in Bezug auf Alterthumskunde, Geschichte, Medizin, Rechtswissenschaft und Technologie
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Mnemonik.

324 Miserieordias Domini.

Misericordins Domini (lat.), heißtder 2te Sonukaq »ach Ostern, von denWorten aus dem «Ssten Psalm, welcherbei den Katholiken an diesem Sonntagevor dem Altare gesungen wird: luiserl-

d. h. ich will des Herrn Gnade ewiglichbesingen.

Misognm (griech.), ein Ebehässer,Ehefemd Misognmie, Heirathsscheue.

Misogyn (griech.), ein Weiberfeind,Weiberhasser.

Misolog (griech.), Vernnnfthaffer.Mtsologie, Vernunfthaß, Verachtungder Wissenschaft.

Miß (engl.), heißt in England ei»unverheirathetes Frauenzimmer von Stande,Fräulein, Jungfer.

Missal, Missale llat.). 1. Meßbuchwelches die Gebete und Grsaugformelu deskatholische» Hochamts enthalt; 2. eine Artder größten Buchstaben bei den Buchdru-ckern , zu Hauptzeilen auf Büchertiteln.

Mißcredit, übler Ruf.

Misftlien (lat.), preisgegebene Sache»,z. E- Münzen, die man bei einer gewissenFeierlichkeit unter das Volk auswirft.

Mission (lat.) , t. Sendung über-haupt; 2. besonders die zur Fortpflanzungdes Christenthums unter nicht christlichenVölkern unternommene Sendung von Leh-rern , wie z. B- d,e Mission einer Pri-vatgesellschaft nach den Inseln der Sudsee,um die dortigen Einwohner mit dem Chri-stenthum bekannt zu machen. - MissioilS'-Gesellschaft, Bekehrungsgesellschaft.Misjronar , ein Heidenbekehrer, Abge-sandter zu dem BekebrungSgeschäfte.inis.no in possersion, I» , Einweihung inden Besitz eines klagbaren Gutes. Nils-siv, Missive, 1- ei» Sendschreiben, Bot-schaft, besonders einer obrigkeitlichen Be-hörde an ihre Unterbeamte» oder an dieKirchendiener; 2. eine Schriftentasche oderSendbüchse mit einem Schlosse, worin maneinem Andern Schriften oder Bücher zu-sendet.

Mistral , ein kalter, durchdringenderNordwestwiud im Süden von Frankreich.

Mistreß (engl. >, Meisterin , Frau,Madame (jedoch nicht als Anrede gebräuch-lich).

Mithin, Mitbras, l. der Sonnen-'gott der alte» Perser; 2. Priester derSonne.

Mithridat, Arzenei gegen das Gift,Gegengift, nach Mithridates, Königin Pontus, so genannt, weil dieser Fürstsehr Vieles versucht habe» soll, um sichgegen Vergiftungen zu sichern- (S. The-riak)

Mitirzantia slat.), Milderttttgspunkte,mildernde Umstände. mitigiren , mil-der» , lindert, , besänftigen. Mitiga-tion. Linderung, Milderung.

Mitra, l. Mütze, Bischofsmütze; vgl.Insel; 2- Kopfschmuck der persischen-»tge, Wulst. Vgl. Mithra. ,»iw»Ulppoei'.iU.'i, wundcirztlicher Kopsverband.

Mltraille lfranz. sprich: Mitra llje),Stücke gehackten Eisens zur Ladung in dieKanonen, um eine größere Zerstörung zubewirken. als eS mit einer Kugel alleinmöglich ist; Kartätschen- Mitrail«lade (sprich: Mitralljade>, t. dasKartatscheufeuer; 2. ein Wort aus derSchreckeuSzeit der französischen Revolution,welches die Hinrichtungen in Masse durchKactalscheuschüsse bezeichnete, dergleichenz. B. in Lyon vorgenommen wurde».»litvaillire» (sprich: mitralljiren) ,mit Karrarschen schießen oder feuern.

MixtlSN (lat.), Vermischung. Mix-tuin- was vermischt ist. Mixtur, 1.Mischung, eine zusammengesetzte Sache,ei» vermischter Körper; 2. eine aus ver-schiedenen Flüssigkeiten bereitete Arzenei;em Mischlrauk; 3. eine Mischung vonTalg und Oel, womit die Kupferstechereinzelne Stellen der Platte wider dasScheidewasser decken; 4. eine zur Verstär-kung dienende Orgelstimme von mehrerenkleinen Pfeifen auf einer Taste.

Mnemonik, lMnemoneutjk) (gr.),die Gedächlnißkunst, die Lehre von den Kunst-mitteln. durch deren Anwendung man demGedächtniß zu Hülfe kommt. Mnemo»niker, Gedacht,lißkünstler- mnemo«nisch, die Gedächlnißkunst betreffend.Mnemotechnik, Gedacht,lißku,ist.Mnemotechniker, Gedacht,,ißkuustler,der Probe» von Gedachtnißstarke ablegt.Mneniosyne, die Göttin des Gedächt-nisses , und Mutter der neun Musen, diedaher Mnemosynidett heißen.