358
Orient.
Ordonnanz.
Stand oder z»m Predigeramt. — or-diniren, eine» Geistlichen ordini-ren, ihm feierlich das Lehramt mit alle»Rechte» desselben ertheile», ihn feierlicheinsetzen, einweihen, einsegne». — (Or-dinate» . von der Achse einer krumme»Linie nach Punkten des Umfanges dersel-be» gezogene, unter einander gleich lau-fende, gerade Linien.
(Ordonnanz lat), 1. Verordnung,strenge Derfngung; 2. ein Soldat wel-cher beständig um einen befeblhabenden Of-fizier sein muss nm seine Befehle auszu-richrcn, Dienstwache. — (Ordonnanz-(Iervehr. ei» Gewehr, z. B. ei» Stu-tzer wie er »ach der Forderung der mi-litärischen Gesetze beschaffen sei» soll. —ordonniren. anordne», verfügen, be-fehlen— (Ordre franz. sprich : O cd r'),1. Befehl, Gebot; 2. bei den Kauften-teil, Anft-ag, Geheiß, Bestellung. — Wennmaii zur Ordnung, zur Ruhe weist, be-dient man sich etwa der Worte: l> i'orNre!
(Oreaden lgriech,), in der Fabellebre,Bergnynwheii als leichte Jageriniie» undBegleiterinnen der Diana abgebildet.
ilat.l, laßt uns bete»! (Inder kaiholischen Messe ) Vgl. ora.
(Orerle lgriech.), Heißhunger.
(Organ (griech.), Werkzeug, Wirk-mitkel, HiillSglied, Theil eines Gaiizen,das so künstlich eingerichtet ist. dass es nurdurch das Zusammenwirken aller Gliederbesteht. Organe beiße» mithin vorzngSweise die Sinniverkzenge. So wird dieZunge, die Stimme ei» Organ genannt.Daher ist Organ oft so viel als Spre-cher, Stellvertreter, z. B. eitler Gesell-schaft. Bisweilen bezicht sich dieses Wortüberhaupt auf eine Person, die als Mir-tel zu etwas dient. — «Organs», wirbbesonders von der Wissenschaft gebraucht,die gleichsam als Werkzeug znr Erbauungaller andern Wissenschaften dient, nämlichder Logik. — organisch oder orga-»lsirt, mit Organen versehen, belebt. —Ein organisches PVesen. das znm Le-bet, zweckmäßig eingerichtet ist, im Gegen-satze eines unorganische» z. B. einesSreins. — (Ort anlsation , (Organl-sirung der organische Ban eines'Kor-pers, die organische Einrichtung eines be-lebten Körpers die Bildung; auch dieEinrich.ung eines Landes, Staates. — or>
yanistre». organisch machen, einrichten,bilden, ordnen, beleben, selbstthätige Be-wegung geben. Einen Staat orga-»lsircii, ihm die gehörige Einrichtung ge-ben. — (Organismus, der »atnrllcheoder künstliche Zusammenhang der Gliederober einzelnen Theile eines Ganze»; derBelebnngsbau, das lebendige Getriebe. —(Organologle, l. Lehre von den Orga-neu überhangt; 2. die Schadellehre vonGall, die Lehre von der Abhängigkeit derMenschen nnd Thiere von den Gehirn-Or-gane»; vgl. Kraniologie: 3. die In-strnmentlebre in der GeburlShülse. — (Or-ganognosie, Kenntniß der Organe-
(Organist (lat.), ei» Orgelspieler, vor-züglich einer, der dazu angestellt ist, dieOrgel in der Kirche beim Gottesdienste z»spielen.
(Organs!», (vrganstnseide (ital-),gezwirnte Seide, Keitenseide.
(Orgasmus lgriech-), das Aufwallenoder der heftige Reiz des Blutes und derZengiingSsafte.
(Oryeade lfranz. sprich: Orschad').oder(Orgeat, ein Gerstenirank, auch mitandern Bestandtheilen, besonders Mandelnvermischt, ein Knhlirank, Mandelmilch.
«Orgien (griech.), allgemeiner Nameder Mit zügelloser Fröhlichkeit begangenenFeste des Bacchus. Daher noch heinzn-tage lärmende Feste, besonders nächtlichewilde Gelage, Orgie» g. nannt werde».
(Orient Ilat.), f. der Morgen, Ost,der Aiifgang der Sonne; 2. die Gegendgegen Sonnenaufgang; gewöhnlich verstehtman darunter die von Europa aus gegenMorgen gelegenen Lander Asiens das Mor-genland. — orientalt ch, östlich, mor-genlandisch. lDas Entgegengesetzte ist (Oc-cdent. oceidentali'ch) — orienta-lische Sprachen nennt man die hebräi-sche, chaldaische, arabische.'syrische, persi-sche, tückische, indische und andere in denMorgenlantern üblicheSprachen. — (Orien-talist, ei» Kenner morgenlandischer Spra-chen. — (Orientalismus, l GeistManier des Orientes; 2. morgenlandischeSpracheigenheii. — sich orientiren ,>. sich gegen Sonnenaufgang richten, wel-ches man vor Erfindung der Magnetnadelthu» mußte, um die übrige» Weltgegen-de» zu unterscheldeu; steh in die Himmels-