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Frücht e.
Stürkzuckers allein vollenden. Vogel (1817) und Trommsdorff (1829) stell-ten mit den frischen Beeren Versuche an. Getrocknet dienen sie hantig zum Rotli-färben der Weine.
Nr. 3S4. BACCAE RHAMNI CATHARTICA G.
Baccae Rliamni salutivae. Baccae Rliaunii infectoriae. Baccae Spi-nae domesticae. Baccae Spinae Cervinae. Kreuzbeeren. Stecli-beeren.
Rhamnus cathartica L in n. Cervisplna cathartica Mönch.Kreuzbeerbaum. Penfandria, Monogynia. CI. V. Ord. 1. Familie der Rhamnecn.
Ein Strauch Deutschland’», dessen kirschkerngrofsc , glänzende, schwarzeBeeren vier oder fünfsaamig sind. Durch das Trocknen schrumpfen sie ein, -wer-den runzelig, und leicht bricht das einige Linien lange Stielehen ab. Das frische,gelbgrüne Fleisch wird gelblichbraun, so wie sich auch der etwas widerliche Ge-ruch verliert. Man findet im Handel ungarische, levan tische und persi-sche Kreuzbeeren, von denen die letzteren am meisten geschätzt sind. Sollensie zum Gelbfärben dienen, so müssen sie vor der Reife gesammelt werden. AlleSorten sind geruchlos. Der Geschmack unangenehm bitter. Der Saft untersuchtvon Vogel (1812), neueste,Arbeit von Hubert (1830): fand Cathartin. DerSaft der unreifen Beeren liefert das Blasengrün, Saftgrün, dessen Bcrci-tuno- mit Alaun zum Hagen ausführlich lehrte. Durch Abkochung und Behand-lung mit Thonerde geben s'e das Schütt gelb. Der Saft der reifen wird durchAlkalien gelb, durch Säuren roth; Pelletier empfiehlt ihn als Reagens auf ICa-lien, so wie Herberger: wird aber auch durch Mittelsalze afficirt. Verwechs-lungen mit den Beeren von Rhamnus Frangula und Ligustrum vulgare (CI. II.Ord. 1.). Im Handel kommen die getrockneten Beeren von Rhamnus infectoria alsGrana Lycii, Grana gallici, Grain es d’Avignoiij Grain es jau-lics, Gelbbeeren, Körner von Avignon vor. Die Beeren von Rhamnuslinctoria Kit. sammelt man in Ungarn, die von Rhamnus saxatilis in Oesterreich,auch von Rhamnus Alaternus soll man sie erhalten, sie dienen zum Färben desPapieres u. s. w.
Nr. 3S5. BACCAE SAMBUCI.
Getrocknet: Grana Actes. Uktee oder Khatnan (Arab.). Hollerbee-£. ren. Hollunderbeeren.
Sambucus nigra Rinn. Schwarzer Hollunder. Pentandria, Tri-gynia. CI. V. Ord.3. Familie der Caprifoliaceen.
Die erbsengrofsen, dunkel violettrothen eigentlüimlich riechenden, sehr saf-tigen Beeren. Sie schmecken süfslich säuerlich. Der ausgeprefste Saft wird durchAlkalien grün, durch Säuren hochroth. Durch essigsatires Bleyoxyd kann der Far-bestotf vollkommen niedergeschlagen werden. Die Hollunderbeeren enthalten Far-bestoff, Schleimzuckcr, Aepfel- und Citronensüure, wenig Pflanzengallcrfe. Siedienen zur Bereitung des eingedickten Saftes (Roob Sambuci, Succus Siam-buci i nspi s s a t u s). 10 Pfund geben durch vorsichtiges Eindunsten an 2 Pfund.Dieses wird verfälscht mit Hahnenbuttenmiifs (Roob Cynosbati), Moosbeerenunufs