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Grundriss der Pharmakognosie des Pflanzenreiches / zum Gebrauche bei akademischen Vorlesungen, so wie für Aerzte, Apotheker und Droguisten entworfen von Theodor Wilhelm Christian Martius
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Früchte.

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(Roob Sorbi aucupariael, Rnnkelrübensaft, holländischem Syrup, .mit eingekoch-tem Aepfelmufs : verunreiniget ist es mit Kupfer, Saamen u. s. w. Durch Geh-rung und Destillation kann man aus den reifen Beeren Branntwein und Essiggewinnen. Durch Auspressen geben die Saamen ein dunkelgelbes fettes Oel:Blafs. Vergleiche Nr.210.

Nr. 3S6. CAPSULAE ANISI STELLATI.

Anisum stellatura. Anisum indicum. Anisum sinense. Semen Ba-dianum. Semen Badianae. Badiane liuttaie (Arab.). Anaspool(Duk). Anasee-poo (Tarn.). Skimmi oder Somo (Jap.). Pa-co-liu-huei-liiam (Cliin.). Adas Teliina oder Kambang Kaju manis(Jav.). Sternanis. Indischer Anis. Indischer Sternanis. Badian.

Illicium anisatum Linn. Sternanis. Polyandria, Polygynia. CI. XIII.Ord. ö. Familie der Magnoliaceen.

Seit Ende des löten Jahrhunderts aus China und den Philippinen bei unseingeführt. Meistens acht sternförmig ausgebreitete, flache, etwas zusammenge-driiekte, beinahe eiförmige, zusammengewachsene, bauchige Kapseln, die aufdiese Weise eine Art Stern bilden. Die Spitze jeder Kapsel ist vorne etwas ge-krümmt. Von Farbe nelkenbrau, schwach runzelig. Auf der vordem Seite sindsie klaffend, innen glatt und glanzend, und umsclijicfsen den eiförmigen, rüthli-clicn, leicht zerbrechlichen Saamen, def einen gelblichen, öligen Kern enthält.Geruch und Geschmack aromatisch anisaitig. Der letztere siifslich gcwiirzliuft.Die Saamenkapsclu untersuchte Mcifsner (1818), wie die Saamen selbst (1819).Das ätherische Oel, welches durch alle Thcile dieses Baumes verbreitet ist, scluintder vorzüglich wirksame Theil zu ueyn. Die Rinde ist früher als CortexAnisi stellati, Cortex Lauola in dem Handel gewesen, sie hat in derFjrbeAehnlichkeit mit Zimmt, ist übrigens dicker und besitzt den Sternanisgeschmackim hohen Grade. Allgemein nimmt man an , dafs Illicium anisatum die Mutter-pflanze des Sternanis sey, doch ist zu bemerken, dafs weder Kämpfer (Amoe-nitafes 883) noch Thunberg (Flora 235) an den Kapseln des Illicium anisatumden eigenthiimlicben Geschmack bemerken, den wir am Sternanis kennen. Käm-pfer beschreibt die Kapseln : Coloris herbacei, substantiae fungosae succosec ! undführt zugleich an , dafs man Kiänze und Bündel dieses Baumes vor den fcötzen-bildern aufhänge, das Rindenpulver des angenehmen Geruches wegen in dei Tem-peln veubrennen lasse, so wie, dafs ein mit diesem Pulver gefüllter und ange-zündeter Cvlinder zur Eintheilong der Zeit diene, indem durch den bestinmtenRaum , der in einer gewissen Zeit heruntcrglimme, die Stünden bestimmt würden.Die von Kämpfer gegebene Abbildung zeigt auch Verschiedenheiten . vor der,welche Nees giebt. Was in botanischen Gärten Illicium anisatum Iieifst, ist Il-licium parviflorum M i c h.

Nr. 3S7. CAPSULAE PAPAVERIS.

Capita Papaveris. Codia. Fructus Papaveris somniferi, Mohnkap-seln. Mohnsclilötterchen. Molmbäupter.

Fapaver s omnifer um Linn. Gartenmohn. Polyandria, Monogynia.CI. XIII. Ord. 1. Familie der Papaveraceen,