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Grundriss der Pharmakognosie des Pflanzenreiches / zum Gebrauche bei akademischen Vorlesungen, so wie für Aerzte, Apotheker und Droguisten entworfen von Theodor Wilhelm Christian Martius
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Früchte.

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5) Halileh Asfcr, der Reife sich nähernd. Die getrocknete Frucht iströthlichgelb, woher der Name Asfer: gelb.

6) Halileh G a b u 1 i, wenn die Frucht zu ihrer vollen Reife gelangt ist.

Es kann nicht fehlen , dafs von den angeführten sechs Myrobalanenarlcn mehrereoft unter einander Vorkommen, da die Zeit der Reife nie ganz gleich ist. Aachüberzeugt hievon eine genaue Betrachtung der im Handel vorkommenden Myro-balanenarten, da dieselben in der Gröfse sehr von einander abweichen.

IV) Myrobalani citrinae. Fructus Myrobalani citrinae. Myrobalani \luteae. Myrobalani flavae. Liba (Sans.). Harva (Ilind.). ij

Alay-gara (Can.). Gelbe Myröbalanen. |

Terminalia citrina Gärtn. Gelber Catappenbaum. Dccaudria, |

Monogynia. CI. X. Ord. 1. Familie der Bucidcen. |

Ein in Bengalen wenig bekannter Baum, den Gärtner selbt für eine Ab- |art der Terminalia Bellirica hält. Die länglichen, bis anderthalb Zoll langen |Früchte: sic sind auf beiden Seiten stumpf, gestreift, zähe und enthalten einen 5eckigen, hornartigen Säumen. Von Farbe sind sie gelblichbraun. Geschmackbitterlich herbe. Früher hielt man Spondias Monbin (CI. X. Ord. 5.) für dieMutterpflanze.

V) Myrobalani Emblicae. Fructus Pbyllantbi Emblicae. Atuleli(Pers.). Ainalaka (Sans.). Wooslierikaia (Tel.). Aoonla (Duk).Nellie kai (Tara.). Aunwerd oder Aongra (Ilind.). Anola (Ilind.).Amlej (Hindoi.). Awusadauelli (Cyng.). Cay-boung-Ngot oderHac-min-san (Coch. Cliin.). Aschfarbene Myröbalanen. i

JEmblica officinalis Gärtn. Phyllanthus Emblica Linn. Baum- |

artiger Phyllanthus. Monadelphia, Triandria. CI. XVI, Ord. 2. Familie derEu- j

phorbiaceen.

Ein kleiner Strauch oder Baum Ostindiens, Malabar's , Chinas. Die >.

der Länge nach zerschnittenen Früchte: sind frisch fleischig und enthalten |

einen eckigen, weifslichen Saamen. Von Farbe aussen dunkel graubraun,

gleichsam bestäubt, runzelig, das Fleisch ist liniendick, heller grau, hart.

Auf dem Bruche erscheinen sie schwarz. Geruch fehlt. Geschmack stark herb, i

zugleich etwas säuerlich. In Brasilien braucht man Phyllanthus Niruri und Phyl- j

lanthus microphyllus Kunth. gegen Diabetes. Man benützt die verschiedenen My- j

robalanen in Hindostan zum Färben, Gerben, bei uns zur Tintenbereitung. Aus- ,]

geprefste Myröbalanen kommen seit einigen Jahren unter dem Namen Hurrali '

zu uns. Terminalia Catappa, Inggudi (Sans.), Vadomvittiloo (Tel.), Badamie i

liindie (Duk), Nattoo vadomcottay (Tarn.), Cotumba (Cyng.), Catappa (Mal.) <

enthält eine efsbare Nufs, die geprefst Oel liefert. J.

Nr. 400. FRUCTUS OLEAE. j

Olivae. Oliven.

Olea eur op ae a Linn. Olea lancifolia Mönch. Oleasativalloffmsg.Olea polymorpha Bis so. Olea gallica Mill. Europäischer Oelbaum. Diau-dria, Monogynia. CI. II. Ord. 1. Familie der Jasmineen.

Ein baumartiger Strauch Asiens und Afrikas, der früher mehreren Gotthei-

j