Früchte.
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Bäume Ostindien’», der letztere auch in Westindiern Die kleinen, Pflaumenähnlichen, oben mit einer Spitze versehenen Steinfrüchte, an denen der Kelchbis in die Mitte reicht. Anfangs sind sie grün, dann schwärzlichblau. DasFleisch ist schleimig, weich, durchscheinend und von angenehm süfsem Ge-schmack. Die Nüsse sind länglich, glatt, drei oder viereckig. Früher kamen dieSebesten getrocknet zu uns. Sie werden auch von der zweit angeführten Pflanzegesammelt: Hasselquist. Im Mutterlande macht man die Sebesten ein. DasMufswirkt abführend. Die Rinde benützen die Javanesen gegen das Fieber. Dasfeste Holz dient zum Feuermachen durch Reiben.
* Nr. 408. FRUCTUS TAMARINDORUM.
Tainarindi. Umblie (Arab. Duk. und Hind.). Tumiii hindee (Pers.).Amlika oder Tintili (Sans ). Chinta punddo (Tel.). Poollie (Tain.).Umblee (Hindooie.). Tintiri (Hind.). Maliasi - ambala (Cyng.).Neglika, Assam Java (Mal.). Kamal (Jav.). Cay-me (Cocli.Chin.). Sauerdatteln. Tamarinden. Saure Datteln.
Tamarindus iniica Linn. Indischer Tamarindenbaum. Man un-terscheidet zwei Varietäten: Tamarindus indica a orientalis und Tamarindusindica ß occidentalis. Monadelphia, Diandria. CI. XVI. Ord. 1. Familie derLeguminosen.
Ein Baum Ostindien’s, Arabien’s, so wie Amerika’s. Die fingerlange, et-was breitgedrückte, zwei oder dreimal eingeschnürte, markige Hülse enthält indem dunkeln, dicken Mark mehrere, beinahe viereckig zusammengedrückte, ziem-lich grofse, glänzende, glatte Saamen. Im Handel finden sich das Mufs, dieSaamen und Saamenhalter vereinigt, als eine steife, dicke Masse, die einen wein-artigen Geruch und angenehm sauer zusammenziehenden Geschmack hat. Manunterscheidet zwei Arten: a) ostindischc, oder levantische, von beinaheschwarzer Farbe und die b) westindischen trocknen von gelbbräunlicherFarbe mit weniger beigemischten Saamen: sie sollen mit Zucker versetzt seyn.Analysirt von Vauquelin. Enthalten Weinstein, Weinsteinsäure und Aepfelsäure.Allgemein wird angegeben , dafs das Tamarindenmark im Mutterlande mit Was-ser oder Essig zu einer breiartigen Masse zerrieben und in kupfernen Kesselncingedampft werde, defswegen kupferhaltig sey. Ich fand nie Kupfer: es scheintdiese Manipulation auch nicht angewendet zu werden. Eher trocknet man sie ander Sonne, was auch Crawfurd berichtet, allein ob sie auch mit Salz einge-macht zu uns kommen, wie er sagt, bezweifle ich. In Ostindien krystallisirtaus dem Tamarindenbaum öfters ein Salz, Weinstein (?). Holz und Rinde des Ta-marindenbaums sind geschätzt. Aus Brasilien wurde vor einigen Jalnen das mitrohem Zucker versetzte Mark in verschiedenen Zuständen der Dicke zu uns ge-bracht. In Ostindien macht man die Tamarinden mit Zucker ein, eben so dienensie zur Essigbereitung. In Nubien setzt man sie so lange der Sonne aus, bissie eine Art Gährung erleiden und formt dann Kuchen, die in Wasser gelöst alserfrischendes Getränke dienen. In Afrika wendet man statt der Tamarinden dieFrucht der Adansonia digitata (CI. XVI. Ord. 11.) an.
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