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Grundriss der Pharmakognosie des Pflanzenreiches / zum Gebrauche bei akademischen Vorlesungen, so wie für Aerzte, Apotheker und Droguisten entworfen von Theodor Wilhelm Christian Martius
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Früchte.

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ist, werden wahrscheinlich die Schoten guter Vanille ebenfalls beigemischt, sowie diefs auch mit Bayuilla inestiza, einer Mittelsorte der Vanilla sativa und syl-vestris geschehen dürfte. Unter dem Namen V a n i 11 o n ist früher die sogenanntela Guayra Vanille zu uns gebracht worden. Es sind diefs über zollbreite,auf beiden Seiten etwas zugespitzte, ganz schwarze, fettigglänzende, wenig Va-nillengeruch habende Schoten, die in der neuesten Zeit auch mit Zuckersaft über-strichen aus Amerika zu uns gekommen sind. Vielleicht sind es die Schoten derVanillaPompona S c h i e d e, die, obschon sie einen sehr angenehmen Vanillengeruchbesitzen, wegen ihres grofsen Gehaltes an weichem Marke nicht ohne Zubereitung zuuns gebracht werden können. Ausserdem linden sich noch mehrere Arten von brasi-lianischer Vanille. Von der ersten Sorte besitzen die Schoten drei Zoll Längeund man bemerkt deutlich an ihnen eine dreikantige Form. Sie sind unten stumpf,mit einer schwach kugeligen Erhabenheit. Es linden sich Längsrunzeln, dieFarbe ist schwarzbräunlich, sie haben keinen Glanz. Der Geruch schwach va-nillenartig. Wahrscheinlich ist Vanilla angustifolia Swartz die Stammpflanze.Eine zweite Sorte ist weit länger, die Schoten breiter, platt gedrückt, der Längenach bemerkt man Erhabenheiten, vielleicht durch den Stich eines Insects hervor-gebracht. Sie sind bräunlich oder hellbräunlich , von schwachem Vanillengeruch.Vielleicht ist Vanilla claviculata Swartz die Stammptlanze. Durch Bestreichenvon Pcrubalsam sucht man geringe Vanille ächter ähnlich, so wie auch diesefalschen Sorten käuflicher zu machen. Früher hat man allgemein die.Vanilla aro-matica für die Stammpflanze der ächten Vanille gehalten. Es scheint aber, dafsnach den Untersuchungen von Schiede mehrere Specics unter diesem Namenvereinigt waren. Vanilla microcarpa besitzt eine gedrehte, übrigens stark nachVanille riechende Schote: Lcmaire-Lisancourt.

Zweite Abtheilung.

Fruchttheile.

Nr. 422. MACIS.

Makis. Arillus myrisiticae aromaticae. Talzüffur (Arab). Bezbaz(Pers.). Jatipatri (Sans.). Japatri (Tel.). Jawatrie (Duk. undliind.). Jadipütrie (Tarn.). Wassawasie (Cyng.). Bunga-bua-pala(Mal.). Kambang-pala (Jav.). Bunga-pala (Bali). Muskaten*blütlie. Muskatblumen.

Myristica moschata Thunb. Myristica aromatica Roxb. My-ristlca officinalis Rinn. Myristica fragrans Houtt. Rechter Mushatnufs-baum. Monadelphia, Octandria. CI. XVI. Ord. 7. Nach Andern CI. XXII. Ord. 13.Familie der Myristiceen Rob. Br.

Ein Baum auf den Molukken, jedoch auch seit 1772 auf Isle de France undseit 1803 auf Sumatra gebaut. Die Frucht ist eine bimförmige Steinfrucht vondei'Gröfse und Form eines Pfirsichs, hat eine fleischige, dabei ziemlich trockeneSchaale, die zur Zeit der Reife aufspringt. Wird diese Schaalc entfernt, so fin-det sich die sehr zerschlitzte, dicke Saamenhiille (Arillus). Sie ist roth, wirdgesammelt, mit Seewasser besprengt und getrocknet, wodurch sie pomeranzen-