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U u m m i h a r z e.
Farbe bräunlich, graullehbraun, und häufig bemerkt man Gänge von Inscctcnlar-ven, die es mehr oder weniger zernagt haben, wahrscheinlich Folge des beige-mischten Mehles. Den brenzlichen Geruch, den einige Schriftsteller angeben,konnte ich nicht bemerken. Es läfst sich leicht zerbröckeln und scheint überhauptein Kunstproduct zu seyn.
4) Scammonium gallicum. Scammonium montepelliacum.Französisches Scammonium.
Cynanchum monspeliacum Linn. Rundblätteriger Hundswiirger.Pentandria, Digynia. Cl.V. Ord. 2. Familie der Asclepiadeen.
Aus diesem, im südlichen Frankreich vorkommenden Gewächse bereitet manein dem smyrnischen Scammonium ähnliches Harz. Die Kuchen sind nur dicker,kleiner, ganz schwarz. Es ist fest, und in der Masse ganz gleich. Soll einGemisch aus dem Safte der angeführten Pflanze mit verschiedenen Harzen undandern purgirenden Stoffen seyn. Das Scammonium wirkt stark abführend, undman soll selbst den Saft von einigen Apocyncen und Euphorbiensorten bei derBereitung zusetzen. Beachtungswerth ist es, dafs die beiden oben angeführtenChemiker einen Unterschied des von ihnen aus den zwei Sorten des Scammo-nium» erhaltenen Harzes bemerkten.
Sechszelinter Abschnitt.
Fette Oele (Olea pinguia, Olea unguinosa).
Die fetten Oele des Pflanzenreiches finden sich vorzüglich in den Saamen-lappeu der Saamcn, seltner kommen sie in Wurzeln oder andern Pflanzentheilenvor. Man gewinnt sie durch Pressen der zerstampften Saamen u. s. w. in Metall-pressen. Das Ocl, welches sie bei gewöhnlicher Temperätur liefern, ist das rein-ste; um jedoch alles zu gewinnen, werden sie schwach geröstet. Von Farbe sindsie weifsgelblich, gelb, durch das Alter werden sic dunkler. Geruch ist frischblos der von den Saamen, aus denen sie geprefst wurden. Geschmack fehlt, wennsie rein sind, bei vielen, und nur durch das Alter tritt derselbe mehr oder weni-’ger hervor. Auf der Zunge verbreiten sie, so wie auf den Fingern das Gefühlvon Fettigkeit. In der Consistenz weichen sie von einander mehr oder wenigerab. Bei — 20 bis 25° R. werden sie mehr oder weniger fest. Sie sind leichter alsWasser, werden von diesem nicht aufgelöst. Alkohol wirkt in der Wärme stär-ker auf sie, als in der Kälte. Aether und ätherische Oele lösen sie leicht auf,Schwefel und Phosphor werden von ihnen aufgelöst; dasselbe geschieht mit Chlorund Jod, die sich jedoch zu verändern scheinen. Die mineralischen Säuren wirkenmehr oder weniger zersetzend auf sie; mit Kali und Natron liefern sie Seife,Sapo. Sie sind nicht flüchtig, bedürfen einer hohen Temperatur, um in’s Ko-chen zu kommen. Beim Kochen schäumen sie stark und brennen hier mit starker,viel Rufs absetzender Flamme. Durch Behandlung in der Kälte lassen sich diefetten Oele in einen talgälmlichen Stoff, Stearin, und in einen flüssigeren,