8 Erstes Buch.
und eine Pilgri'msflasche. Mit diesen Gerathschaften kamer in die Abtey. Cr beichtete einem frommen Mönchedrey Tage hinter einander alle seine Sünden, und entdecktedemselben seinen Entschluß, nach Jerusalem zu wall-fahrten und Buße zu thun. Der Mönch belobte seinVorhaben; und Jgnaz warf sogleich seine Spanischeadeliche Kleidung von sich, und kroch in die Kutte. Indiesem Aufzuge hielt er bald stehend, bald knieend nachArt der alten Ritter, vor dem Altare des wundervollenMarienbildes eine ganze Nacht die sogenannte Waffen-wache. Hierauf hieng er seinen Degen an einen Pfeilernahe am Altar auf, und verließ mit anbrechendem Tageganz in der Stille Montserrate.
Er wollte nach Barcello na gehen, um sich daselbstauf einem Schiffe nach Jerusalem fahren zu lassen.Allein die Pest, die in Barcellona wüthete, nöthigteihn, nach Manresa zu ziehen. Hier begann cr mit un-beschreiblichem Ernste seine merkwürdigen Bußwerke. Erlebte Anfangs im Hospitale mitten unter Kranken undBettlern, suchte vor den Thüren sein Brod, und ließ sichzur größer» Ehre Gottes, Haare, Bart und Klauen wachsen,so daß die Jungen mit großem Geschrcye ihn auf denStraßen verfolgten, und mit Koth bewarftu. Darüberhatte Jgnaz große Freude, und glaubte, durch Demü-thigungen dieser Art die unwillkührlichen Regung n derEigenliebe und des Stolzes zu unterdrücken. Er fiengnebenher eine äußerst strenge Lebensart an, und fasteteund wüthete mit grausamen Grimme gegen seinen eigenenLeib. Da mau ihn Anfangs für einen elenden Landesstrei-cher hielt, so entgieng er lange der öffentlichen Aufmerk-samkeit. Allein ein Zufall entdeckte seine vornehme Ge-burt; und nun wurde er der allgemeine Gegenstand desStaunens und des Gelächters. Alles drang sich herzu,den vornehmen Büßer in seinem Schmutze anzustaunen.Jgnaz aber, ließ sich durch den Spott der Menschen