Geschichte der Jesuiten. 9
nicht irre machen. Er verkroch sich in eine Felsenhöhleaußer der Stadt, und verdoppelte seine Buße und dieWuth gegen sein Fleisch. Er big täglich sieben Stundenauf den Knieen, peitschte sich täglich dreymal mit einereisernen Kette, nahm oft einige Tage weder Speise nochTrank zu sich, und aß, wenn er von zu großem Fastenentkräftet war, einige Wurzeln, die vor seiner Höhlewuchsen, oder verschimmeltes Brod, das er aus dem Ho-spitale mit sich genommen hatte. Er wäre Hungers ge-storben, hätte man nicht noch bey Zeiten seinen Aufenthaltentdeckt. Man fand ihn einst in einem äußerst entkräftetenZustande halb todt vor dem Eingänge der Höhle liegen,nöthigte ihn, etwas Speise zu sich zu nehmen, undschleppte ihn in das Hospital nach Manrcsa zurück.Allein sein Kopf hatte schon sehr gelitten. Er sah in die-sem Zustande Gespenster und himmlische Gestalten. Wasihn am meisten zerrüttete, war die Gewissensangst,die ihn unaufhörlich peinigte. Er glaubte nicht strengegenug zu büßen; und eine verwirrte kranke Einbildungs-kraft vergegenwärtigte ihm oft die Schrecken der Hölle.In dieser unruhigen Angst fühlte er sich oft unter denKlauen des Teufels, der, wie seine Geschichtschreiber dieleichtgläubige Welt bereden wollen, ihn manchmal währenddem Gebete grausam schlug, und sogar einmal im Schlafeerwürgen wollte *).
Dieser beunruhigte Zustand griff seine Nerven an.Er fiel in eine schwere Krankheit. Gute Pflege stellte ihnzwar bald wieder her. Allein er stürmte Mit übertriebe,"en Bußwerken neuerdings so gewaltig auf seine Gesund,heil los, daß seine Genesung nur von kurzer Dauer war,und er noch in eine gefährlichere Krankheit sich stürzte.
*) Dorinlenren, 8. Ixnsnum Oisbolus ^raetoesre consrur: seit
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