Band 
Erster Band.
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7 cr Zweytes Buch.

andern Verstand, als daß die wahre Gewalthaberschafeuntheilbar einem einzigen Hirten gebühre, welcher nachErfordernd der Umstände auch andern ihm untergeordne-ten Dienern einen Theil dieser Macht mittheilet. In kei-ner andern Hinsicht hatte auch Cyprian den heiligenStuhl einer Wurzel, einer Quelle, einem Haupte, oderder Sonne verglichen, als um in diesen Gleichnissen zubeweisen, daß dieser heilige Stuhl nur allein im eigentli-chen und wesentlichen Besitze dieser Gerichtsbarkeit sey,und daß andere dieselbe nicht anders als mittheilungsweisebesäße». Nur in diesem Verstände müsse man auch dieden Alten so gewöhnlichen Ausdrücke annehmen, daß derheilige Petrus und der Papst allein die ganze Fülle derMacht (la ylenirucle cle la xnissance) für sich hatten,indeß die übrigen nur die Mühe und Beschwerden mit ihmtheilten. Der Papst allein sey einziger Hirte, und zwarnach den eigenen Aussprüchen Christi, welcher sagt: Eswaren noch andere Schaafe vorhanden, dieer herbey führen wolle; und es solle nurEine Heerde und Ein Hirt werden. Der Hirt,von dem hier die Rede sey, könne nicht Christus selbstseyn, indem er sonst nicht in der zukünftigen Zeit geredethaben würde, daß cr erst ein Hirte werden sollte, nach.dem er schon damals ein wirklicher Hirte war. Manmüsse also darunter nur jenen einzigen Hirten verstehen,welcher erst nach Christo folgen konnte; dieser aber wäreniemand anderer, als Petrus und seine Nachfolger. Beydieser Gelegenheit bemerkte er auch, daß das Wort wei-den nur zweymal in der heiligen Schrift vorkomme; ein-mal in der einfachen Zahl, da Christus zu Petrus sagt:Weide meine Schaafe! Und das zweytem»! in dervielfachen, da Petrus zu den übrigen sagt: Weidet dieHeerde, die euch anvertraut ist! Hätten die Bi-schöfe von Christus eine Gerichtsbarkeit erhalten, so wäredieselbe bey Allen gleich. Dadurch wäre aller Unterschied