Geschichte der Jesuiten. 71
zwischen Patriarchen, Crzbifchöfen und Bischöfen aufge-hoben, und der Papst könnte sie so wenig einschränkenoder unterdrücken, so wenig er sich an Gottes Macht undOrdnung vergreifen dürste. Man hüte sich demnach, daß,wahrend man an der Wiederherstellung des göttlichen Ejn-setzungsrechts der Bischöfe arbeite, dadurch nicht Oligar-chie, oder vielmehr Anarchie anstatt der Hierarchie entstehe.Um die Kirche so gut zu regieren, daß auch die Pfortender Hölle über sie nichts vermögen, und zu verhindern,daß sein Glaube je aufhöre, habe Christus vor seinemAbsterben noch kräftig für Petrus gebetet, und ihm befoh,!en, seine Brüder im Glauben zu stärken; das ist, erhabe ihm das Vorrecht der Untrügbarkcit in seinen Urthei-len über den Glauben, über die Sitten, und überhauptüber die ganze Religion ertheilet, und die Kirche ver-pflichtet, ihn anzuhören, und alle feine Ausfprüche festzu glauben. Dieses sey der Grund des christlichen Glau-bens, und der Fels, auf welchem die Kirche gebauct wäre.Hierauf verdammt er diejenigen, welche behaupten, daßdie Bischöfe von Christo irgend eine Macht erhalten haben.Dadurch, sagte er, würde die römische Kirche ihres Vor-rechtes beraubt, einen Papst zuhaben, welcher das Hauptder Kirche, und der Stellvertreter Christi ist. Man wisseden Inhalt des alten Canons; Omnes slvo UatrisrcUse,worin es heißt, daß diejenigen, welche die Rechte andererKirchen verletzen, eine Ungerechtigkeit begehen; die-jenigen aber, welche sich an den Vorrechten der römischenKirche vergreifen, Ketzer seyen. Endlich sey es ein of-fenbarer Widerspruch, wenn man den Papst für das Hauptder Kirche, und seine Regierung für monarchisch erkennen,und zugleich doch behaupten will, daß in der Kirche eineMacht oder Gerichtsbarkeit sey, welche von einer andernPerson, als von ihm herrühre."
Nachdem er mit einer erstaunlichen Geschwätzigkeitdiese »»christliche Hypothese im ersten Theile seiner Rede