Band 
Erster Band.
Seite
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7 2 Zweytes Buch.

festgesetzt hatte, beantwortete er im zweyten die Einwürfeseiner Gegner: „Nach der von Christo eingeführten Ord-nung , sagte er, sind die Apostel nicht von Christo, son.dern von Petro allein ordinirk, und mit Gerichtsbarkeitenvtrsehcn worden. Gleichwie die meisten Eottesgclehrtendieser Meinung sind, so ist sie auch für sich schon wahr-scheinlich. Andere behaupten zwar, daß die Apostel vonChristo zu Bischöfen geweiht worden wären; allein sie sez-zen hinzu, daß Christus für dießmal dasjenige selbst ge-than hätte, was eigentlich Petrus hätte thun sollen. DieMacht, die er den Aposteln gab, hätten sie von Petro or-deutlicher Weise empfangen, so wie Gott etwas vom GeisteMoses genommen und den 70 Richtern mitgetheilt habe,welche ihm die Last seines Amtes erleichtern sollten. In-deß wär' es eben so viel, als hätte sie Petrus selbst ordi-niret, und ihnen alle Macht mitgetheilt. Sie blieben ihmunterwürfig, sowohl in Ansehung der Weise, als desOrts, wie und wo sie diese Macht in Ausübung brachten.Wenn man nirgends eine Spur von Bestrafung findet, soist dies kein Beweis, daß Petrus nicht die Macht gehabthatte, sie zu strafen; sondern daß sie ihren Berufs, undAmtspflichten ein Genüge geleistet hatten. Wenn man denberühmten Canon: lea Oominns etc. liefet, so ersiehtman, was ein guter Katholike glauben muß, daß die Bi-schöfe als Nachfolger der Apostel alle ihre Gewalt und An-setzn von dem Nachfolger des heil. Petrus erhalten müssen.Die Bischöfe heißen nicht deswegen Nachfolger der Apostel,als wären sie von diesen geweiht worden, sondern darum,we>l sie durch Nachfolge in ihre Stellen treten. Manmacht zwar den Einwurf, daß, wenn der Papst nur alleinvon Gott wäre eingesetzt worden, es dann nur von »hmabb-ngcn würde, sich zum alleinigen Bischöfe in derWelt zu machen; allein es ist ein Gesetz Gottes vorhanden,daß eine große Menge Bischöfe des Papstes Gehülfen seynsollten, welcher dann auch seiner Seils verbunden ist, sie