Band 
Erster Band.
Seite
84
JPEG-Download
 

8 4 Zweytes Buch.

Rom ab, um da die Lvbsprüche, die ihm Jgnaz undder Papst über sein Betragen machten, mit Wohlgefallenanzuhören. Indeß erforderte es die Politik des Ordens,den Schritt, den Bobadilla gegen den Kaiser that,wenigstens zum Scheine zu mißbilligen, um durch öffentli-ches Rühmen eines so gesetzwidrigen Betragens den Kaisernicht auch gegen die übrigen Ordensglieder aufzubringen,die in seinen Staaten sich aufhielten.

Auf gleiche Weise zogen sie auch die Ahndung deswürdigen Erzbischofs Herr mann von Köln auf sich.Dieser vortreffliche Prälat, der schon seit izz6 beträcht-liche Reformen in seiner Diöcese vornahm, und zu demEnde selbst den Melanchthon und Pistorius nachKöln berief, fand an den Jesuiten Faber undCani-sius heftige Widersacher. Einige Geistliche, die mit denAnstalten des Erzbischofs nicht zufrieden waren, machtenmir ihnen gemeinschaftliche Sache; und es fehlte nicht,daß sie nicht in Kurzem häufigen Anlaß zu Beschwerdenund 'öffentlichen Unruhen gaben. Der Erzbischof, umdiese gefährliche Gäste zu entfernen, befahl dem Magistratevon Köln, keinen neuen Mönchsorden in seiner Stadtaufzunehmen, und besonders die Jesuiten, die sich heim-lich eingeschlichen hätten, fortzuschaffen. Der Magistratwollte diesen Befehl nicht seinem ganzen Umfange nachvollstrecke», sondern begnügte sich einzig, den Jesuitenanzuzeigen, nicht in Gemeinschaft mit einander zu leben,oder die Stadt zu verlassen. Da sie das letztere nichtwollten, bequemten sie sich zum erster», und vertheiltensich in das Karthauserklosier und zu einem Privatmann,der sie unrenlützre. Allein sie gehorchten auch diesem Ma-gistrats. Befehle nicht langer, als bis CanisiuS Mittelfand, mit der Geistlichkeit von Lüttich gegen den Erz-bischof von Köln gemeinschaftliche Sache zu machen.Diese schickte ihn mit Beschwerden an den Kaiser, und balddarauf wurde der Erzbischof feiner Würde entsetzt, und