Geschichte der Jesuiten. 8Z
exkommunicirt *). Die Jesuiten aber bezogen ihr Colle-giuin wieder, und fuhren nach gewohnter Weist fort, dieJugend zu unterrichten, und ihren Orden auszubreiten.
In Baiern und Oesterreich fanden die Jesuitenan dem Herzoge Wilhelm, und dem Könige Ferdinandvorzügliche Begünstiger ihres Ordens **). Sowohl inBaiern als in Oesterreich war das Volk großentheilszur Annähme des gepredigten Evangeliums geneigt. Alleinder Herzog und der König fetzten ihr eigenes Interesse undden Wohlstand ihrer Völker so sehr aus den Augen, daßsie die Verbreitung des evangelischen Christenthums mitaller Macht verhinderten. Hierzu fanden sie keine taug«lichern Leute, als die Jesuiten, die sich bey verschiedenenAnlassen schon als vorzüglich tapfere und rüstige Verfechterder römisch - päpstlichen Religion ausgezeichnet hatten.Wilhelm von Baiern legte den Grund zu dem Jesui«tenkollegio in Jngolstadt, welches sein Sohn Albertvollendete, und noch außer demselben das prächtige Kolle«gium in München aufführen ließ. Es fehlte von Seitedes Publikums, das von den Jesuiten, und mittelst ihresEinflusses am Hofe von Seiten der Regierung in ihrer Ge«wissensfreyheit mächtig beeinträchtigt wurde, nicht anBeschwerden. Als der Herzog in einer großen Noth Geldvon den Landständen forderte, erhielt er es nur unter demBedinge, ihnen ihre Gewissensfreyhcit zu erweitern. Alleindie Jesuiten hatten sich des ganzen Hofes so sehr versichert,daß diese Freyheit in der Folge durch eine Menge inquisito-rischer Gewaltthätigkeiten nur immer enger eingeschränktwurde. Der Religivnszwang wurde am Ende so groß,
*) ilirloirs llu Loncils <ls Ireote. k>sr 1 'om, I. 22Z,
296 - 477- «t re<i.
**) /turkriscotum st Lsr-iroiuni so sxcrevll d.sneroleritiL, uk.nisi msgnituclini» pietslisi^ne suss rsliooem dsduirisni, mo-ilum sxcessisso //ns^o §00, . 7 0
La/,. 212.