Geschichte der Jesuiten. 145
ser, fünfhundert acht und siebcnzig Collegien, acht undvierzig Probationshäuftr, acht und achtzig Seminarien,hundert und sechzig Residenzen, und hundert und sechsMissionen. Gesellschafter waren in allen siebzehntausendsechshundert fünf und fünfzig, und unter diesen nux sie-bentausend achthundert und siebenzig Priester.
Zweytes Kapitel.
Von den Klasse» der Jesuiten überhaupt, und von den Novizen,
Lehrern, Scholaren, Koadjutoren und Professcn insonderheit.
>^er Jesuitenorden hat vor allen übrigen Orden die be-sondere Eigenheit, daß man auf eine verschiedene Art Je-suit« seyn kann. Pasquier sagt in seinem Plaidoyervom Jahre 1564, daß der ganze Orden eigemlich zweyKlassen von Gliedern enthalte; nämlich die eine von dertrotzen, und die andre von der kleinen Observanz. Dievon der großen Observanz sind die eigentlichen Pwfessen,welche vier Gelübde beschworen haben. Die übrigm, wel-che sich uur durch das Gelübde des Gehorsams an dieObern der Gesellschaft binden, gehören zur klonen Obser-vanz. Man begreift ohne Mühe, wie weit sich auf dieseArt der Orden übe» Welt verbreiten konnte. Da mannicht nöthig hatte, du Gelübde der Keuschheit und der Ar-murh zu beschwören, um ein Jesuite von der kleinen Ob-servanz seyn zu können, so folgt natürlich» daß Leute vonallen Standen, Priester und «ayen , Verheyrathete undUnverheyralhete, Jesuiten seyn tonten *).
-) Der Jesuite Richeome grif überlesen Punkt den Parla,meutkadvokalen sehr heftig an. Er ltugnet schlechterdings,daß es verhevrathete Jesuiten gebe, und beruft sich deßsalls «nfdie Jnsiitutsbücher- Allerdings wird darin die Heyrath alswesentliches Hinderniß, Jesuite werden zu können, angeführt.Allein man muß nie vergessen, daß der General vvlle Be,fugulß hatte, in allen Dingen zu dispensiren.
Gcsch. d. 3es. l-Nd. l»