i88 Drittes Buch.
laß genommen, den ganzen Orden der Mordtheologie,des Probabilismus, der philosophischen Sünden» undunzähliger anderer Irrthümer zn beschuldigen, wodurchgewisse Jesuiten in schriftlichen und mündlichen Vortragen,wie wir im Verfolge hören werden, die Welt ärgerten.
Endlich erstreckte sich die Tyranney des Generalsauch auf das Gewissen jedes einzelnen Jesuiten. Wer im-mer von Zweifeln beängstigt wurde, konnte sich niemandanderm als einem Jesuiten, und zwar nur einem solchenanvertrauen, welchen der Vorgesetzte zum Rathgeber be-stimmte. Was dieser dann entschied, mußte man wie einOrakel verehren. Jeder Jesuite konnte auch niemandemals einem Jesuiten, der eigends vom Vorgesetzten hiezugenehmiget wurde, seine Sünde in der Beichte bekennen.Wer einem andern, als dem verordneten Beichtvater beich-lete, war verpflichtet, dem Verordneten die ganze Deichtezu wiederholen. Wer nicht alle acht Tage beichtete, derwurde mit Hunger gebüßt *).
Allein hiemit begnügte sich der General noch langenicht. Es war ihm daran gelegen, jedes einzelne Gliedseiner Gesellschaft vom Grunde ans zu kennen. Die Con-stitutionen gaben ihm zwey Mittel an die Hand, zudieser allgemeinen individuellen Kenntniß seiner Untergebe-nen gelangen zu können. Diese Mittel waren: i) JederJesuite von der unersten Klasse bis zur höchsten Würdemußte es sich gefallen lassen, immer von seinen eigenenMitbrüdern beobachtet zu werden. Jeder hatte einen odermehrere Spione an der Seite, welche jeden bemerkten Fehl-tritt, auch außer der Beichte, dem Vorgesetzten entdecken
pils suo inuikum conkerer consensio in inrsrioribus, ul «5kttoeirina, /ncticra »e ^v/untater, sjuvLi! ejus Kerl pakerir. Hic/»7^-. 5///. Ln?. /. F. 7^777.
*) t^ui »lii <^ULm conkierslur, Ueber eitlem lorrm
eonscienriam sperire, 8i sioßulis bebliomsciis scl conkessio-nem non »cceUeienr. »ubtrsbütur eis cibus cor^oris. Osc/a^.in Lonsrir. 777. 7. §.