Geschichte der Jesuiten, 191
„Gesellschaft wohl zu regieren, wenn nämlich die Borge«„gesetzten in den Stand gesetzt werden, ihre Untergebene„ vom Grunde aus kennen zu lernen. Es ist äußerst viel„daran gelegen, l»e Neigungen und Gemüthsbewegungen„aller Untergebenen zu kennen, und zu wissen, welchen„Fehltritten und Sünden sie mehr oder weniger unterwor.„fen gewesen, oder noch wirklich sind. Hiedurch wird er„in den Stand gesetzt, zu beurtheilen, welche Beschwerden„ und Arbeiten das Maaß ihrer Kräfte übersteigen, Er„wird auch (und dieses ist die Hauptsache) zu-„verlaßiger bestimmen können, welche Maaßregeln er über-haupt ergreiftn müsse, um den Vortheil des ganzen Kör«„pers der Gesellschaft zu befördern. — Ueberhaupt (sah.„ren die Constitutionen fort) ist die Abhängigkeit der„ Untergebenen von ihren Vorgesetzten das zuverlaßigste„Mittel, Liebe, Gehorsam und Einigkeit unter ihnen zu„ erhalten."
Diesen Machiavelischen Grundsatz haben die Ge-nerale der Jesuiten auch meisterhaft in Ausübung gebracht.So wie diese ihre Untergebene an das Joch dieser schänd-lichen und verhaßten Sclavcrey banden, so wurde hinwi.der der größte Theil des Menschengeschlechtes an eben die,ses Joch von den Jesuiten gebunden. Wir werden unsiw Verfolge von der praktischen Ausübung dieses Ma-ch lavelismuS noch manchmal zu überzeugen Gelegen-heit finden; und ich will hier nur noch eine Stelle aus derRequere der Universität zu Paris *) vom Jahre 1724zum Beschlusse dieses Kapitels anführen.
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