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Erster Band.
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205
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Geschichte der Jesuiten. 205

„nehmen will, so scheint diese Gesellschaft zur Gefährde„ des Glaubens, zur Beunruhigung des Kirchenfriedens,„zur Untergrabung der Mönchszucht, und überhaupt mehr„zum Niederreisen als zum Aufbauen bestimmt„zu seyn»)."

Wenn dieses berühmte Dekret gleich noch ziemlichschwankende Angaben in Rücksicht der damaligen Zeit ent«hielt» so hac sich dessen Inhalt doch nicht lange daraufbe«statigt; und alle spätern Ankläger des Ordens in Frank,reich haben sich desselben weniger als eines Beweises,als vielmehr einer Prophezeiung bedient, die buchstäblichin Erfüllung gieng. Es ist unbegreiflich, warum wederdu Bullay noch die Sorbonne stärkere Gründe, andenen es ihnen bey den damaligen Gesinnungen des fran.zöstschen Hofes gegen den päpstlichen Stuhl nicht fehlenkonnte, gegen die Jesuiten gebraucht haben. Der Haupt-heweggrund, dieselben in Frankreich nicht aufkommenzu lassen, war ganz sicher kein anderer, als ihre großeAnhänglichkeit an das Interesse des römischen Hofes.Diese Anhänglichkeit konnte mit den Vorrechten und Frey,heuen der französischen Kirche unmöglich bestehen. Eswar ein Hauplgrundsatz der gedachten Kirche, daß dielandesherrliche Gewalt in allen weltlichen Dingen unab.hangig, und weder der Gewalt der Kirche noch des Pap«stes mittelbar oder unmittelbar unterworfen sey. Manerkannte in Frankreich nimmer die Superiorität derPäbste über Concilien, so wie auch nach ehcn diesen Grund-sätzen die Macht des Papstes nicht unbeschränkt, sondernan die Canonen der Kirchenversammlungen gebunden war.Diese Grundgesetze der französischen Kirche wären immermächtig genug gewesen, um einen Orden nicht aufkommen

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