2 04 Viertes Buch.
Sorbonne aus. Es wurde einmüthig von allen Doktorenden i. Christmonat 1554. abgefaßt; und ob Orlandingleich die Sorbonne der Partheylichkeit und Heterodoxiebeschuldigt*), so weiß man doch, daß gerade die hitzig-sten Orthodoxen die geschäftigsten Feinde der Jesuiten wa-ren. Dieses berühmte Urtheil, welches so oft gegen dieJesuiten angeführt und gedruckt wurde, faßt in einer bün-digen Kürze, freylich noch bey weitem nicht alles in sich,was sich damals gegen die Gesellschaft Böses sagen ließ.„Diese Gesellschaft" (hieß es), „welche sich auf eine„ ungewöhnliche Weise den Namen Jesu anmaßet; welche„ohne Unterschied strafbare, ehrlose und infame Leute„aufnimmt, die in keinem Stücke, wodurch sich Mönche„ in ihren Gebräuchen, in ihrem Gottesdienste und in ih-„ren Lebensregeln vor Weltpriestern auszeichnen, sich un-terscheiden — diese Gesellschaft, welcher in Austheilung„der Sakramente, im Predigt - und Lehramte wider die„Rechte der Bischöfe und Ordinariate, wider die hierar-„chische Ordnung, und zum Nachtheil der übrigen Orden„ sowohl, als der Fürsten und weltlichen Herren, so wie„auch Zur Beeinträchtigung der Universitatsfreyheiten,„ und zur großen Beschwerde des Volks so viele und »er«„schiedene Privilegien, Zndultcn und Freyheiten von Seite„ des päpstlichen Stuhles ertheilet worden — diese Gesell-schaft schändet den Mönchsstand, entkräftet die müh-„same, fromme und nöthige Uebung der Tugenden, ver-„anlasset die Mitglieder anderer Orden, ihre Gelübde zu„entheiligen, entziehet die Gläubige der schuldigen Unter-„werfung und dem Gehorsame ihrer rechtmäßigen Seel-sorger, beraubet weltliche und geistliche Obrigkeiten ih-„rcr Rechte, und verursachet in beyden Ständen Unru-„hen, und bey dem Volke viele Beschwerden, Streitig»„leiten, Spaltungen, und eine Menge anderer Unord-„ nungen- Wenn man mit einem Worte Alles zusammen
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