Band 
Erster Band.
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207
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Geschichte der Jesuiten. 207

Ehre darin am meisten gekränkt wäre, verdammen zu las-sen. Igna; aber hatte schon zu sehr Politik, um etwasAuffallendes gegen die Sorbonne zu unternehmen. Ervergrub den tiefsten Haß und den Kummer über diesenschlimmen Streich in seinem Herzen, und fand es derKlugheit gemäß, zu schweigen, und einen bequemen Zeit«Punkt abzuwarten. Mittlerweile aber befahl er allen sei«nen in der Welt zerstreuten Untergebenen, sich von allenFürsten, Herren, Bischöfen, Priestern, Obrigkeiten, Städ-ten und gemeinen Wesen öffentliche Zeugnisse von ihrerLehre und ihren Sitten geben zu lassen, um durch diesel-ben die Beschuldigungen der Sorbonne widerlegen zu kön«nen. Die spanischen Jesuiten jedoch konnten diese Pillenicht verschlucken. Sie ließen durch den Ausspruch desKetzergerichtes von Saragossa das Sorbonnische Ur«theil verdammen, und alle diejenige mit dem Banne be-drohen, welche dasselbe lesen oder nur bey sich habenwürden.

Zweytes Kapitel.

Bemühungen der Jesuiten, sich in den Niederlanden festzusetzen»Zustand ihres Ordens in Italien. Jgnaz stirbt. Bemer-kungen über seinen Karakter-

88ir wissen bereits, daß die sp anischen Jesuiten, dieJgnaz unter dem scheinbaren Dorwande des Studieren-nachParis gehen ließ, wegen des zwischenFrankreichund CarlV. ausgebrochenen Krieges ganz Frankreichverlassen mußten. Sie giengen nach Löwen, wo sie eineMenge Proselylen machten, die sich bald in ganz Hol-land ausbreiteten. Allein sie fanden auch allenthalbenthätigen Widerstand. In Löwen verursachten sie durchihre Sodalitäten ein allgemeines Aergerniß. Sie errich-teten verschiedene Congregationen unter dem Namen der