Band 
Erster Band.
Seite
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so8 Viertes Buch.

Jungfrau Maria, und zogen bald durch die ungewöhn-liche Art ihres Gottesdienstes und ihrer Büßungen so vielandächtiges Volk an sich, daß die ordentlichen Seelsorgerernstliche Beschwerden über sie erhuben. Dazu kam nochder Umstand, daß man in Erfahrung brachte, wie unterder Hülle dieser Sodalitätsgenossenschaft in den Versamm-lungen Unzucht getrieben ward. Man erfuhr, daß sichverschiedene vornehme Damen alle Wochen einmal von ih-ren Beichtvatern, den Jesuiten, geißeln ließen*). Diesewollüstige, unanständige Dußübung erregte allgemeinesAufsetzn. Die ganze Geistlichkeit vereinte sich mit der Uni-versität, und verbot alles Ernstes diese Congregationenund dieses Geißeln junger Damen. Allein die Jesuitenfanden bald Mittel dieses Verbot zu entkräften, welches ih-nen um so leichter war, da das schöne Geschlecht seine zurei-chenden Gründe hatte, sie zu unterstützen.

Noch waren ihre Wünsche lange nicht befriedigt. Sielebten noch immer in einiger Dunkelheit und in Armuth.Sie suchten also den Hof auf ihre Seite zu lenken. Da-mals regierte die Schwester Kaiser Carls V. Maria,Königin von Ungarn, im Namen ihres Bruders dieNiederlande. Die Jesuiten wagten verschiedene Der-suche, die Gunst dieser Prinzessin zu erhalten. Allein ver-gebens. Sie hatte nie die vortheilhafteste Meynung vondem Orden; und ihr Beyspiel gewann mächtigen Einflußauf die übrigen Stände. Endlich tratCarl V. seinemSohne Philipp H. dir Niederlande ab. Jgnazschrieb sogleich an Philippen, und empfahl ihm seinenOrden "). Ribadeneira, der dieses Schreiben

') Die Verfasser des La-cu/r läugnen diesen Um-

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innoxior. La/i. / /»aF. 7Z6.

") Dieser Brief befindet sich im lmagius primi 5 -ecuI! 80c. §s-ru. c«?. /. 7Z7.