Band 
Erster Band.
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216 Viertes Buch.

kömmt auch die Verschiedenheit der Kunstgriffe, derensie sich in verschiedenen Landern bedienten, um daselbstfeste Wohnsitze zu gründen. InItalien halten sie demAberglauben, den sie unterstützten, und in Frankreichder Politik und den Intriguen, worin sie in ihrer Kind«heit schon ausgekernte Meister waren, ihr Aufkommen zuverdanken. In Deutschland, welches während derReformation von Faktionen zerrissen ward, wußten siesich durch ihren grausamen Eifer, die sogenannten Ketzerzu plagen und zu vertilgen, bey katholischen Fürsten unbe-schreibliches Ansetzn zu verschaffen. Ihre scheinbare Ge-lehrsamkeit, mit der sie prahlten, kam ihnen zu einerZeit, da die Reformation eine ungewöhnliche Gahrung indem Reiche der Wissenschaften veranlaßte, vortreflich zustatten. Die Ueberlegenheit der Rcformirten, denen vonden Reformatoren die zweckmäßigsten Mittel zu ihrer Auf.klärung an die Hand gegeben wurden, mußte natürlich auchdie Katholiken, die tief in Unwissenheit vergraben lagen,aus dem Schlafe wecken. Viele katholische Fürsten be-zeugten ein aufrichtiges Verlangen» ihre Unterthanen we-nigstens in den Anfangsgründen der Religion unterrichtenzu lassen; allein es war ein Unglück für Deutschland,daß die Besorgung dieses Unterrichts den Jesuiten anver-traut wurde, welchen es ein leichtes war, die Pricstersemi.narien, welche von verschiedenen geistlichen Fürsten zur Bil-dung ihrer Klerisey angelegt wurden, unter ihre Aufsichtzu bekommen. Wenn die Reformation in Deutschland nichtweiter dringen konnte, so war dieß nicht Mangel an gutemWillen von Seite der Nation, die ein aufrichtiges Verlan-gen hiezu bezeigte, sondern hauptsächlich plötzliche Hem-mung des Nationalgeistes, der auf Anrathen der Jesuitenvon Seite des mächtigen kaiserlichen Hofes mit gewalt-thätigen Maaßregeln gedrängt wurde. Der Einfluß unddas Ansehn, das der Jesuite Canisius an diesem Hofein den Angelegenheiten der Reformation behauptete, war so