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beschichte der Jesuiten.
„ leben suchten. Wenn die Republik ihnen einmal den„Eingang in ihr Gebiet verstattete, so würde sie Ursache„bekommen, es zu bereuen; .wenn man also diesem Uebel-„ stände nicht bey Zeiten vorbeugte, so würden sie sich in„kurzer Zeit der besten Pfründen der Republik bemächti-gen, wie solches auch schon an andern Orte» und kürz.,,Iich erst in Portugal geschehen wäre. Endlich sey dieses„ Betragen der Jesuiten den wesentlichen Eigenschaften der„Bettelorden und dem Gelübde der Armuth, mit welchem„sie prahlten, gänzlich zuwider; man sahe vielmehr, daß„ sie gar nicht geneigt waren, dasselbe zu beobachten *).
Diese Gründe machten auf den Senat den tiefstenEindruck, und es war an dem, daß die Schenkung ver«nichtet werden sollte. Die Jesuiten, die sich in einer aus-scrordenllichen Verlegenheit befanden, ließen ihrerseits kei-nen Kunstgrif unversucht, um die Versammlung auf an-dere Gesinnungen zu bringen. Jgna; versprach, in ei-nem Anfalle von Raserey über diesen mißlichen Streich, demhöchsten Gott ein Meßopfer; allein die Jesuiten inVene -big wußten ein zuverläßigercs Mittel, als das Meßopfer.Sie bestachen die Maitresse des Doge, und erhielten denSieg über ihre Gegner.
Wenn überhaupt der Widerstand, den die Jesuiten inItalien fanden, bey weitem nicht so nachdrücklich war,als er es in andern Reichen gewesen ist, so darf man nurbedenken, daß der Geist des Volkes, blinder Aberglaubeund Unwissenheit, die gcfürchttte Hoheit der Papste, diesclavische Abhanglichkeit einer Menge von Bischöfen, die inganz Italien zerstreut waren, und die im Grunde keineVorrechte verlieren konnten, da sie keine andre, als einen un-bedeutenden Titel hatten, daß alle diese Umstände zusam-mengenommen die erstaunliche Ausbreitung des Jesuiten-ordens in Italien ungemein begünstigen mußten. Daher
») Versuch einer neuen Geschichte des Iesuiter-Ordens. Theil1 . Buch U. S. 287.