2 2 s Viertes Buch.
die Aufmerksamkeit der Staatskundigen auf sich ziehenmußte.
Wenn seine Gesellschafter schon gleich bey seinen Leb-zeiten so merkwürdige Rollen an den Höfen spielten» sohatte er sicher nicht die Absicht dabey, sich der weltlichenRegierung zu versichern. Er suchte nur Eintritt an Ho-fen, um vermittelst der Gunst großer Regenten seinem Be-kehrungseifcr ein immer weiteres Feld zu verschaffen.
Allein seine Gesellschafter, die an Höfen sich aufhiel-ten, sahen bey dem damaligen Mangel an geschickten» ver-schwiegenen und geschäftigen Unterhändlern bald ein weitbequemeres Feld offen, ihren Ehrgeiz, ihren Stolz, undihre Eitelkeit zu befriedigen. Sie thaten nichts anders, alswas jeder andre an ihrer Stelle gethan haben würde, deraus der Dunkelheit eines verachteten und dürftigen LebensPlötzlich in eine Sphäre gehoben worden wäre, worin ermitten unter dem Geräusche der Ueppigkeit und der Jntri-gue ein weit eröfnctes Feld vor sich gesehen hätte, entwe-der ein Wollüstling oder ein Meister in der Intrigue zuwerden. Schon Ignaz bcseufzte den Uebelstand seinerHofjesuiten. Allein er konnte dem Verderben, da ihm derOrden schon zu mächtig war, nicht mehr widerstehen.
Man verarget es den Jesuiten nicht, daß sie aus demStifter ihres Ordens einen ganz außerordentlichen Mannmachten. Seine Lebensgeschichte haben eine Menge ge-lehrter Jesuiten beschrieben, die sich wechselwe ft in dieWette beriferten, ihrem Heiligen eine Menge Wunder an-zudichten, die er theils in seinem Leben, theils nach seinemTode gewirkt haben soll. Merkwürdig ist es, daß seinZeitgenosse, Peter Ribadeneira, in der Lebcnsbe,fchreibung seines Ordensstifters, ihm gradenwegs die Sa-he, Wunder zu wirken, absprach *). Allein er mußte zu
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