Band 
Erster Band.
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219
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Geschichte der Jesuiten. 219

nickt wohl bestehen konnte, und unvermerkt etwas vondem Geiste der Eitelkeit, der Politik und des Hoflebens ansich nehmen.

Bey alle dem war er nichts weniger, als ein außer-ordentlicher Geist. Er war im hohen Grade unwissend.Wenn sein Orden ein Meisterstück der Politik war, so warer es sicher nicht durch ihn, sondern durch den glücklichenZusammenfluß von Umstanden, die dem ursprünglichenGeiste desselben, nämlich dem Geiste der Bekehrung in Ar-muth und Demuth, gleich Anfangs eine ganz entgegenge-setzte Richtung gaben. Alles was der Orden ihm schul-dig ist, war einzig der militairische Geist, den Ignazmehr aus einem natürlichen Hange, als aus Absichten insein System verwebte. Der Stolz und der Ehrgeiz seinereigenen Gesellschafter, und vornehmlich der Macht ave-lische Geist seiner Nachfolger im Generalate, des Lai.nez und Aquaviva, haben das unbegreifliche, gefähr-liche System einer Univcrsalmonarchie, nach den Regelnder Staatsklughcit geordnet und befestiget. Ignaz, derfür sich allein nicht im Stande war, einen zusammenhän-genden Plan zu entwerfen, wäre um so weniger fähig ge-Wesen, ein System dieser Art in Ordnung zu bringen»Alles, worauf er immer zielte, hakte Schwärmerei) zumZwecke. Der öftere Gebrauch des Abendmals, den er al-lenthalben einführte, der Unterricht der Jugend, zu wel-chem sich seine Gesellschafter an allen Orten drangen, dieBeylegung häuslicher Zwiste unter den Familien, worinsie sich so geschäftig bewiesen, hatte anfänglich einzig nureinen fanatischen Eifer zum Endzwecke und zur Quelle *).Allein bald wurden die ohne Absicht und Ordnung zusam-mengetragenen Materialien von den Handen einer geschick-ten Politik in Zusammenhang gebracht, und ein Gebäudeaufgeführt, dessen außerordentliche Festigkeit mit Recht

») Versuch einer neuen Geschichte des Jesuiten-Ordens. Theill. Buch U. S. 568.