Band 
Erster Band.
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Geschichte der Jesuiten. r;z

Calvinismus zu verdrängen. Allein sie machte balddie unangenehme Entdeckung, daß sie selbst die eifrigstenKatholiken zu heimlichen Feinden hatte. Dieß mag wohlhauptsächlich der Grund gewesen seyn, warum sie auch dieHugenotten nach Poissy beschiel», um dort ihre Sachemit den Bischöfen des Reichs gütlich auszugleichen.

Papst Pius IV. hatte, so wie überhaupt seine Vor«ganger, einen Abscheu vor Versammlungen und Gesprä-chen dieser Art. Da das ganze Kirchenschisma bekanntlichdurch die Arroganz des päpstlichen Stuhles allererst veran-laßt wurde, so konnte sich dieser von dergleichen Versamm-lungen allerdings keinen andern Erfolg versprechen, alsdaß man die Beschränkung des päpstlichen Ansehns zurGrundlage eines Religionsfriedens machen würde. Nureinzig diese Furcht hat die Cabale des römischen Hofes inBewegung gesetzt, sowohl die privaten Religionegcsprächein Deutschland fast immer zu vereiteln, als Haupt,sächlich auch den Zweck und die Grundlage der berühmtenLrientischen Kirchenversammlung zu verrücken. Piuserhielt also kaum von dem Vorhaben der Königin Nach-richt, als er sogleich eilte, jeder möglichen Bceinträchti-gung seines Interesses vorzukommen. Er schickte den Car-dinal Ferrara in der Eigenschaft eines päpstlichen Lega,ten nach Frankreich *). Der Jesuitengeneral Lainejbegleitete ihn unter dem Vorwande, die Rechte des H.Stuhles zu verfechten; im Grunde aber war es ihm umdie Aufnahme seines Ordens in Frankreich zu thun,die er durch seine Politik und durch seine Gegenwart zu er-halten hoffte. Seine Absicht mißlang ihm auch nicht.Der Cardinal von Tournon, der in dieser Versammlungpräsidirre, so wie auch der Cardinal von Lotharingen,welchen die Jesuiten eine Stütze der Kirche nennen **), wa-

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