2; 2 Viertes Buch.
nur für eine kurze Zeit in Verlegenheit. Denn die Koni-gin Katharine, die bey der Minderjährigkeit KarlsIX. der Regierung sich bemächtigte, drang bey dem Par«lemente in zweyen Gewaltbriefcn auf die gesetzliche Annah»me der Gesellschaft nicht nur in Paris, sondern im gan-zen Königreiche. Man bemerkte, daß die Jesuiten sich amHofe schon außerordentlich in Ansetzn zu setzen wußten:denn die Königin sagte in dem zweyten Gcwaltbricfe: Manmüsse eilen, sie in dem Königreiche aufzunehmen, damitsie über so vielem Widerstände und Zögerungen nicht inböse Laune gesetzt, und vielleicht gar bewogen würden,das Königreich zum großen Nachtheile der Religion unddes gemeinen Wesens aus freyen Stücken wieder zu ver-lassen *). Das Parlement hingegen hatte noch immernicht günstigere Begriffe von dem Nutzen des Ordens. Esthat also nach so heftigen Angriffen von Seite des Hofeskeinen entscheidenden Schritt in dieser Sache, sondern be-fahl, daß die nächste Kirchenvcrsammlung in Frank-reich über die Aufnahme ober Nichtaufnahme der Jesui-ten erkennen sollte.
Diese Kirchenversammlung, welche in der französischenGeschichte unter dem Titel eines Colloqumms zu Poissyvorkömmt, wurde von den Ncligionsunruhen, die in ganzFrankreich damals herrschten, veranlasset. Vergebenshatte man durch List und Gewalt die Lehre des Calvinszu verdrängen gesucht. Die Factionen, die sich einanderwegen ihrer Lehrbegriffe haßten und verfolgten, hieltensich noch immer das Gleichgewicht, und jede Sccte hakteein Haupt der königlichen Familie an der Spitze. Dieserunselige Religionshaß machte die französische Regierungihrer Grausamkeiten und Meutereyen wegen in der Ge-schichte so berühmt, und kostete in der Folge zweyen Köm-gen das Leben. Catharine versuchte alle Mittel, den
*) Itisroire a« IL Lomprißriie tle /,
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