Geschichte der Jesuiten. 295
Kinder in die Schulen der Jesuiten auswärts zu ver-schicken *).
Castel wurde am Abend beym Scheine der Fackelnim Hemde erst vor die Domkirche, wo er die gewohnteKirchenbuße ausstehen mußte, und dann auf den Richt-platz geführt, wo er mit glühenden Zangen zerfleischt, vonvier Pferden zerrissen, und endlich verbrannt ward. Sopeinlich die Todesart war, so gleichgültig schien er überdie Schmerzen seiner Hinrichtung zu seyn. Mit unmensch-lichem Stolze ließ er sich seinenKörper zerreißen, ohne nurdie geringste Spur von Schmerzen und Empfindlichkeitblicken zu lassen.
Diese Hinrichtung geschah den 29. Christmonat imJ.1594. Am 7. Januar des darauf folgenden Jahres wurdeder Pater Guignard, Rektor desJesuitencollegiumszumStrange und zum Feuer verurtheilt. Man führte ihn gleich-falls als Majcstatsverbrecher im Hemde vor die Domkirche,um Gott und den König um Verzeihung zu bitten. Er wei-gerte sich dessen mit aller Hartnäckigkeit, indem er immerversicherte, den König nicht beleidigt zu haben. Diese Be-hauptung war ein der Gesellschaft Jesu schon sehr ge-läufiges Acquivok. Er erkannte nämlich Heinrich IV.für keinen rechtmäßigen König. Indessen konnte ihn dieseHartnäckigkeit nicht retten. Er wurde hingerichtet, unddie Jesuiten ermangelten nicht, ihn als einen heiligen Mär-tyrer zu verehren **).
Liskoirs eis kisnce. Tom ///.nZä. — Toc. cir. 447 4.48.
»») Unter mehret« Jesuiten haben Richeome, Coton,Gre tser, die Vertheidigung dieses Hingerichteten Mitgliedesihrer Gesellschaft unternommen. Aber ihre Gründe waren im-mer viel zu schwach, um denselben rechtfertigen zu können.Gleichwohl verlangen heut zn Tage noch die Jesuiten, daßman ihren Guignard für hinlänglich gerechtfertigt haltensoll. Vergl. et