294 Viertes Buch.
„sey mit dem Interesse der Universität verbunden? Was„haben wir dadurch, daß der endliche Urtheilsspruch durch„Cabalen verzögert ward, wohl anders gewonnen, als„daß wir den Jesuiten dadurch Anlaß gaben, ihre schon„lange gefaßten mörderschen Anschläge gegen das Leben„des Königes zu beschleunigen? Wie unglücklich sind Mo-narchen! Erst dann glaubt man ihr Leben in Gefahr,„ wenn man sie ermordet steht rc." — Der alte ehrwür-dige Präsident, Augustin Thuan, erhub sich gleich,falls, und wiederholte seine schon einmal wider die Jesui-ten gefällte Sentenz unter dankbaren Herzensergießnngenüber die mißlungenen Anschlage eines so verrätherischenMordes *). Das Ansetzn dieser Magistrate, das Unge-wöhnliche des Verbrechens, die Zuverläßigkeit der Bewei-se, schreckte in diesen Augenblicken die heimlichen Freundeder Jesuiten ab, mit ihrem Ansetzn oder mit List den ge-rechten Unwillen des Parlements zu beschranken. Manfühlte in diesem Augenblicke nichts, als Abscheu gegen eineSekte, aus deren Pflanzschule der verruchteste Mörderhervorgieng. Man sah nur die Gefahr, in der das Kö-nigreich war; nur die schreckhafte Verwirrung, die auf dieErmordung des Königes erfolgt wäre. Alle diese Umstan«de veranlaßten jenen merkwürdigen Parlementsschluß, inwelchem Johann Castel, als Königsmörder, zur ge-wöhnlichen Bestrafung; die Jesuiten aber, alsVerfüh.rer der Jugend, als Störer der öffentlichenRuhe, als Feinde des Königs und des Staa-tes dahin verurtheilt wurden, in Zeit von drey Tagenihr Haus und Collegium, und in fünfzehn Tagen dasganze Königreich zu verlassen, widrigenfalls sie als Maje-statöverbrecher gestraft werden sollten. Ihre Güter wur-den zu frommen Stiftungen verwandt, und schlüßlich allenUnterthanen unter Strafe des Hochverraths verboten, ihre
*) l.oe. eir. 447.